Die Provisionszahlungen auf Restschuldversicherungen sind trotz der öffentlichen Diskussion kaum nennenswert gesunken. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Marktuntersuchung der Finanzaufsicht BaFin zu den Policen, die Banken zur Absicherung von Ratenkrediten vertreiben. Damit gelten weiter die Aussagen der Vorgängerstudie, nach der Provisionssätze von 50 Prozent des Beitrags keine Seltenheit sind. Der vom Bundesfinanzministerium geplante Provisionsdeckel lässt derweil weiter auf sich warten.
Versicherer
Thinksurance plant Markteintritt in Frankreich
Exklusiv Der Technologieanbieter Thinksurance hat für das kommende Jahr große Pläne. Neben der Einführung einer neuen Produktinnovation visiert das 2015 gegründete Unternehmen auch die Expansion nach Frankreich an. Die könnte sich mit der Corona-Krise verzögern. „Unser klares Ziel ist es aber, dass wir dort 2021 operativ starten“, sagt Mitgründer Florian Brokamp im Interview. Finanziell steht das Start-up gut da – im Umgang mit frischem Geld scheinen die Frankfurter nämlich effizient zu sein.
QBE feuert übergriffigen Konzernchef
Der global tätige australische Versicherer QBE hat am Dienstag seinen Chef Pat Regan entlassen. Hintergrund sind offenbar unangebrachte E-Mails an eine Mitarbeiterin bei der US-Tochter des Versicherers. Regan stand drei Jahre an der Spitze der Gruppe, die 2019 auf 11,2 Mrd. Euro Prämienvolumen kam, und hat maßgeblich zu einer positiven Wende bei Umsatz und Ergebnissen beigetragen. Dennoch könne man keine Ausnahme machen, wenn es um die Einhaltung der Regeln für den Umgang miteinander gehe, erklärte Chairman Mike Wilkins in einer Stellungnahme.
Hendricks deckt persönliche D&O um
Exklusiv Der zur britischen Maklergruppe Howden gehörende Düsseldorfer Spezialmakler Hendricks deckt Verträge von Managern aus deren persönlicher D&O um – weg von reinen Selbstbehaltsdeckungen hin zu umfassenderem Schutz, der das Privatvermögen sichern soll. Geschäftsführer Michael Hendricks bestätigte entsprechende Informationen des Versicherungsmonitors. Die Selbstbehaltsdeckung allein sei wenig wert, sagte er. Pikant an der Aktion des Maklers: Hendricks deckt auch Verträge der Schwestergesellschaft Dual in Köln zu anderen Anbietern um.
Naturkatastrophen belasten Versicherer kaum
Die deutschen Versicherer mussten im ersten Halbjahr rund 1,5 Mrd. Euro für Stürme, Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen zahlen. Der Versichererverband GDV bezeichnete 2020 als bisher eher unterdurchschnittliches Schadenjahr. Weltweit sind die Naturkatastrophenschäden dagegen stark gestiegen. Teuerstes Ereignis in Deutschland war der Sturm „Sabine“. Er kostete die Versicherer 675 Mio. Euro.
Heinz: „Ich nenne keine Namen“
Exklusiv Michael Heinz ist Präsident des Bundesverbands der Versicherungskaufleute (BVK) und als wortgewaltiger Lobbyist der Vermittler bekannt. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht er über die Folgen der Corona-Krise für die Umsätze, schwarze Schafe unter den Vermittlern und den Streit über die Regulierung von Betriebsschließungen infolge von Corona. Über die Zusammenarbeit mit den Versicherern in der Krise äußert er sich positiv.
PKV: Vollversicherung schrumpft auch 2019
Die privaten Krankenversicherer verlieren seit Jahren Kunden in der Vollversicherung. Auch im vergangenen Jahr dürfte die Branche keine Trendwende geschafft haben. Das geht aus der aktuellen PKV-Bilanzanalyse des Map-Report hervor. Auch wenn noch nicht von allen Anbietern Daten vorliegen, dürfte der Rückgang fünfstellig sein. Größter Gewinner bei den Vollversicherten war erneut die Debeka, größter Verlierer die Ergo-Tochter DKV.
Hurrikan „Laura“: Energie-Sektor ist die Wildcard
Während Bewohner der US-Bundestaaten Louisiana und Texas nach Hurrikan „Laura“ gerade erst zu ihren Häusern zurückkehren, versuchen sich Branchenexperten bereits an Schadenschätzungen für die Assekuranz. Während die ersten Prognosen bei maximal 15 Mrd. Dollar (12,7 Mrd. Euro) lagen, erreichen die Schätzungen mittlerweile 25 Mrd. Euro und mehr. Dabei spielen Schäden an Energieanlagen und Raffinerien eine entscheidende Rolle. Sie könnten das Schadenvolumen noch weiter nach oben treiben. Fast sicher ist, dass Rückversicherer stark betroffen sein werden.
Gericht bestätigt mögliche D&O-Deckungslücke
Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat seine Rechtsprechung zu Ansprüchen nach Paragraf 64 GmbH-Gesetz bestätigt: Die D&O-Versicherung muss demnach nicht für Ansprüche von Insolvenzverwaltern an Geschäftsführer aufkommen, die Zahlungen nach Insolvenzreife geleistet haben. Geschäftsführer haften mit ihrem Privatvermögen. Das erste Urteil des OLG vor zwei Jahren hatte für viele Diskussionen in der Branche gesorgt. Mit der aktuellen Entscheidung gibt es jetzt eine gefestigte obergerichtliche Rechtsprechung, sagte Anwalt Daniel Kassing, Partner bei der Kanzlei Clyde & Co. Das Urteil betrifft keine Policen, in denen Ansprüche nach Paragraf 64 ausdrücklich mitversichert sind.
„Laura“ auf dem Weg zum teuersten Hurrikan des Jahres
Mit rund 241 Kilometer pro Stunde war Hurrikan „Laura“ einer der stärksten Wirbelstürme, der je auf die US-Küste getroffen ist. Für Versicherer könnte er damit nach Ansicht der Analysten zum teuersten Sturm dieses Jahres werden. Erste Schadenschätzungen reichen bis zu 15 Mrd. Dollar (12,7 Mrd. Euro). Da vor allem der US-Bundesstaat Louisiana betroffen ist, wird es auch für die Rückversicherer teurer.
Haftungsrisiken durch Corona-Pandemie
Die Kanzlei Clyde & Co erwartet, dass es im Zuge der Corona-Pandemie zu mehr Schadenmeldungen in der Haftpflicht- und Produkthaftpflichtversicherung kommen wird. Anspruchsteller können Kunden von Geschäften aber auch Arbeitnehmer sein, die ihrem Arbeitgeber mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen vorwerfen. Allerdings dürfte die Ursache einer Infektion schwer zu beweisen sein, sagte Anwältin Isabelle Kilian bei einem Webinar der Kanzlei. In der Produkthaftpflichtversicherung sieht sie vor allem Hersteller von Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten gefährdet.










