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Anwälte werfen Rechtsschutzversicherern Trickserei vor

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Die Bundesrechtsanwaltskammer unterstellt Rechtsschutzversicherern, in die Arbeit von Anwälten einzugreifen. Eine Umfrage decke „alarmierende Praktiken“ auf: Versicherer sollen Mandanten rechtlich beraten und teils auch Geld anbieten, um sie von Gerichtsverfahren abzuhalten. Die Branche reagiert gereizt.

Schildknecht: Zurich Deutschland steht vor KI-Durchbruch

Die Zurich Deutschland kommt bei der künstlichen Intelligenz (KI) laut Vorstandschef Carsten Schildknecht im zweiten Quartal einen entscheidenden Schritt weiter: In der Schadenbearbeitung, in der KI bislang in isolierten Anwendungsfällen arbeitet, sollen KI-Agenten ganze Prozesse „end to end“ abwickeln, kündigte er beim SZ-Versicherungstag an. Versicherer, die KI als neues Betriebssystem begreifen, können sich schon in wenigen Jahren bei Prämienwachstum, Effizienz und Kundenzufriedenheit vom Markt absetzen, ist er sich sicher.

Geneva Association: Versicherbarkeit ist eine politische Entscheidung

Klimawandel, Cyberangriffe und Pandemien: Die Risiken werden weltweit immer komplexer. Eine Antwort darauf könnten staatlich-private Programme sein. Doch auch sie reichen allein nicht aus, schreibt die Geneva Association in einer aktuellen Analyse. Vielmehr brauche es einen neuen sozialen Vertrag, der nicht nur regelt, wer nach Schäden zahlt, sondern auch, wer sie wie verhindern kann.

Howden sichert sich 703 Mio. Dollar für weiteres Wachstum

Der britische Großmakler Howden hat von Investoren 703 Mio. Dollar (596 Mio. Euro) durch die Ausgabe von Anleihen erhalten, wie das Unternehmen mitteilte. Das frische Geld will der Makler in Fusionen und Übernahmen (M&A) stecken und weiter wachsen. Die Ratingagenturen Moody’s und S&P bewerten Howden als stabil und vertrauen auf die finanzielle Robustheit des Maklers.

BaFin will Auffangeinrichtung für Schaden- und Unfallversicherer

Die Pleite des Versicherungs-Start-ups Element führt die Finanzaufsicht BaFin zu dem Schluss, dass der Umgang mit strauchelnden Schaden- und Unfallversicherern in Deutschland nicht optimal geregelt ist. Auch für sie sollte es einen Sicherungsfonds geben, forderte Versicherungsaufseherin Julia Wiens beim SZ-Versicherungstag. Bislang gibt es hierzulande nur Auffangeinrichtungen für Lebensversicherer und private Krankenversicherer. Die Branche und die BaFin hatten sich auf internationaler Ebene bislang gegen einen Zwangs-Rettungsfonds für die Schaden- und Unfallversicherung ausgesprochen.

Versicherte Spiele: „Die eine Olympia-Police gibt es nicht“

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Keine Sportveranstaltung ist so groß wie Olympia – und deswegen auch keine so riskant. Ohne Versicherungen, sagen die Versicherer, wären Events wie die anstehenden Winterspiele von Mailand und Cortina gar nicht möglich. Und ein Blick in die Dokumente der Veranstalter zeigt: Sie lassen sich die Absicherung ihrer Spiele eine Menge kosten. Dass sich das lohnt, belegt die jüngere Vergangenheit.

Stefanie Schlick: Erleben die Versicherer gerade ihren Kodak-Moment?

Wie Kodak, der Erfinder der Digitalkamera, könnten auch die Versicherer bald in der Bedeutungslosigkeit versinken, wenn sie ihr Geschäftsmodell nicht umstellen. Davor warnte Stefanie Schlick, Vorstandschefin der SV Versicherung Sachsen, auf dem Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung in Bensberg. Auch Provinzial-Chef Wolfgang Breuer und Axa-Vorstandschef Thilo Schumacher mahnten tiefgreifende Veränderungen an, zeigten sich aber zuversichtlich.

Helvetia streicht Baloise aus dem Markennamen

Nach der im Dezember 2025 abgeschlossenen Fusion hat sich der Schweizer Versicherer Helvetia Baloise nun für einen einheitlichen Markenauftritt entschieden: Künftig wird er nur unter dem Namen Helvetia firmieren. Der Markenname Baloise wird gestrichen, das kostet allein im laufenden Jahr mehr als 1 Mrd. Schweizer Franken (1,1 Mrd. Euro) an Abschreibungen auf den Markenwert.

Terzariol: Versicherer müssen aktiv gestalten

Die Versicherungswirtschaft sieht sich vielen Herausforderungen, aber auch Chancen gegenüber. Es gelte, die Zukunft aktiv zu gestalten, betonte Giulio Terzariol, der stellvertretende Chef des italienischen Versicherers Generali, beim Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung. Insbesondere sieht er die Versicherer gefragt, wenn es darum geht, Deckungslücken bei der Absicherung gegen Klimarisiken sowie in der Altersvorsorge und Pflege zu schließen und die Resilienz der Gesellschaft zu stärken.

Marsh: Industriepreise sinken weiter

Weltweit sind die Preise in der Industrieversicherung im letzten Quartal des abgelaufenen Jahres zurückgegangen – wie auch schon in den fünf Quartalen zuvor. Das zeigt der Global Insurance Market Index des Großmaklers Marsh. Doch der Trend gilt nicht für alle Sparten und Regionen. Außerdem könnten einzelne Events die Entwicklungen rasch verändern. Einen Ausblick für dieses Jahr wagt Marsh dennoch.

Cyber: Bußgelder steigen und sind teils ungedeckt

Unternehmen in der EMEA-Region sehen sich steigenden finanziellen und regulatorischen Risiken durch zunehmende Cyberkriminalität gegenüber. Laut einem aktuellen Bericht des Großmaklers Aon und der Kanzlei A&O Shearman erhöht sich mit der Anzahl von Cybervorfällen und strengeren gesetzlichen Vorgaben die Wahrscheinlichkeit hoher Bußgelder für Unternehmen und ihre Führungskräfte erheblich. Die Absicherung von Strafzahlungen ist jedoch oft ungeklärt und hängt stark von der jeweiligen Rechtsordnung in den unterschiedlichen Staaten ab.

Aufwärtstrend in der Vollversicherung setzt sich fort

Den privaten Krankenversicherern (PKV) ist es im vergangenen Jahr erneut gelungen, die Zahl der Kundinnen und Kunden im Hauptgeschäftsfeld Vollversicherung auszubauen. Die Branche verzeichnete ein leichtes Wachstum von 0,5 Prozent auf 8,8 Millionen. Auch im Wettbewerb mit der gesetzlichen Krankenversicherung hat die PKV wieder gut abgeschnitten. Die Leistungsausgaben legten ungefähr im selben Umfang zu wie die Prämieneinnahmen, die von starken Beitragsanpassungen geprägt waren.

Rollinger: „Das ist keine Kampfansage“

Die Versicherungsbranche blickt optimistisch auf die anstehenden Reformen bei der staatlich geförderten Altersvorsorge und der Elementarversicherung für Hausbesitzer. Auf der Jahresmedienkonferenz des Lobbyverbands GDV warben Präsident Norbert Rollinger und Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen erneut für ihre Positionen. Beim angekündigten Standardprodukt in der privaten Altersvorsorge forderten sie eine Aussetzung der Beratungspflicht, um mit der Konkurrenz gleichzuziehen. Das richte sich nicht gegen den Vertrieb, betonte Rollinger.

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