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Verdi: Ergo-Tarifvertrag als Blaupause für die Branche

Viele Versicherer erhoffen sich Effizienzgewinne durch künstliche Intelligenz. Das kann allerdings auch Arbeitsplätze kosten, wie die Pläne der Munich Re-Tochter Ergo zum Abbau von 1.000 Stellen zeigen. Die Gewerkschaft Verdi will ab dem 26. März 2026 mit dem Arbeitgeberverband einen Tarifvertrag Transformation verhandeln. Dabei soll die mit der Munich Re-Tochter Ergo getroffene Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung als Vorbild dienen.

GGW und Weinhold trennen sich

Leute – Aktuelle Personalien

Max Weinhold, führender Manager beim Makler-Konsolidierer GGW, verlässt das Unternehmen zum 1. März 2026. Weinhold war Anfang 2025 CEO von Leading Brokers United geworden, der Tochter, in der GGW alle Maklerunternehmen bündelt. Nachfolger wird Daniel Besendorfer, bis Ende 2022 CEO der Allianz Technology und seither als Berater und Invester im Fintech-Bereich unterwegs. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei der Swiss Re und im Industrieversicherungsbereich der Generali.

Die Woche in Bildern 08/2026

Woche in Bildern

Schwere Sturm- und Flutschäden in Frankreich, Behinderungen der Ostsee-Schifffahrt durch Eis vor Rügen, Überschwemmungen in Hessen, die Explosion eines mit Flüssiggas beladenen Lkws in Chile und entgleiste Tankwagen in Österreich: In unserer Woche in Bildern stellen wir Eindrücke der vergangenen sieben Tage zusammen.

Kleinlein: Zillmer-Verbot bei der geförderten Altersvorsorge läuft ins Leere

Ein Verbot der sogenannten Zillmerung für die Angebote von Versicherern im Rahmen des Altersvorsorgereformgesetz würde die hohen Zahlungen an den Vertrieb nicht nennenswert reduzieren, warnt Axel Kleinlein, Versicherungsmathematiker und früherer Chef der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten. Das stehe den Plänen der Regierung entgegen, die bezwecken wollen, dass die Angebote der Versicherer mit faireren Abschlusskosten kalkuliert werden.

Swiss Re Corso erwirbt QBE-Einheit

Swiss Re Corporate Solutions übernimmt das Kredit- und Kautionsgeschäft von QBE in Australien, Neuseeland und Großbritannien. Der Zukauf soll rund 200 Mio. Dollar zusätzlichen Jahresumsatz bringen und so die globale Credit-and-Surety-Plattform stärken, schreiben die Schweizer in einer Mitteilung. Swiss Re-CEO Andreas Berger hatte bereits kürzlich im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor die Bedeutung des Kreditversicherungsgeschäfts unterstrichen.

Hackerangriff auf die Bahn verursacht große wirtschaftliche Einbußen

Das Buchungssystem der Deutschen Bahn ist Opfer einer DDoS-Attacke geworden und funktionierte mehrere Tage nicht oder nur eingeschränkt. Laut dem Cyberversicherungsexperten Hanno Pingsmann können solche Ausfälle zu Umsatzeinbußen in Millionenhöhe führen – pro Tag. Auch der Medienkonzern RTL Group ist wohl Opfer eines Hackerangriffs geworden. Die Angreifer behaupten, das Intranet des Unternehmens gehackt und persönliche Daten von über 27.000 Mitarbeitern gestohlen zu haben.

Sturm „Nils“ in Frankreich wird teuer

Sturm „Nils“, der in der vergangenen Woche über den französischen Südwesten gefegt ist, hat zu hohen versicherten Schäden geführt. Die Ratingagentur DBRS Morningstar hält eine Gesamtbelastung von mehr als 3 Mrd. Euro für möglich. Die Analysten loben das öffentlich-privat organisierte System der automatischen Deckung gegen Elementarschäden in Frankreich. Dadurch habe das Land eines der „umfassendsten und stabilsten Versicherungssysteme für Naturkatastrophen in Europa“.

Waniwani oder welches Potenzial hat Chat GPT für den Vertrieb?

Exklusiv

Auch in Deutschland könnte es bald die ersten Chat GPT-Apps von Versicherern oder Insurtechs geben: Das KI-Unternehmen Waniwani ist im Gespräch mit mehreren Unternehmen, Namen nennt es allerdings noch nicht. Mitgründer Raphaël Vullierme zeigt sich überrascht, welche Dynamik der deutsche Markt in den vergangenen Monaten gewonnen hat. Er kennt ihn gut: Vullierme war Gründer des mittlerweile in der Allianz Direct aufgegangenen Assekuradeurs Luko.

Die Leiden der Lebensversicherer

Herbert Frommes Kolumne

Die Lebensversicherer melden ordentliche Wachstumszahlen für 2025, dem Einmalgeschäft sei Dank. In vielen Vorstandsetagen ist die Stimmung dennoch angespannt. Denn das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag ist erheblich unter Druck – weil es sich für die Unternehmen nicht mehr lohnt. Klassische Lebensversicherungen spielen im Vertrieb kaum noch eine Rolle. Doch die aktuellen Sorgen vieler Chefs gelten den fondsgebundenen Angeboten: Zu hohe Kosten, die sich nur über lange Laufzeiten rechnen, treffen auf steigende Stornoquoten. Eine tödliche Mischung, schreibt Herbert Fromme.

Maklermarkt: Große Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung der Versicherer

Versicherer schätzen ihre Leistung in der Kooperation mit Maklern und Mehrfachagenten teilweise deutlich besser ein als die Vermittler, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Versicherungsforen Leipzig. Die Studie veranschaulicht zudem die bevorstehende Konsolidierung bei den Maklerpools und den zunehmenden personellen Druck bei den Strukturvertrieben, die immer mehr Beschäftigte an Pools verlieren könnten.

Greco will bei KI „All in” gehen

Der Schweizer Versicherer Zurich blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Der Gewinn stieg deutlich und damit auch die künftige Dividende für Anteilseigner. Das teilte Zurich-Chef Mario Greco bei der Vorstellung der Jahresergebnisse 2025 mit. Das Unternehmen sei auf dem Weg, die Ziele für 2027 zu erreichen. Zurich sieht großes Potenzial in künstlicher Intelligenz (KI) und investiert derzeit massiv in die Technologie, unter anderem durch den Aufbau eines KI-Labors. Ein Stellenabbau sei nicht vorgesehen. „Wir wollen bei KI ‚All In‘ gehen“, kündigte Greco an.

Altersvorsorgereform: Vergütungsmodell könnte Vermittler abschrecken

Das Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften (Ifa) warnt: Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge könnte scheitern, wenn die Abschlusskosten wie vorgesehen über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt werden. Für die Vermittler würde sich eine Beratung dann nicht mehr lohnen, und die Reform würde eine wichtige Zielgruppe in der Bevölkerung verfehlen. Zustimmung kommt von Norman Wirth vom Vermittlerverband AfW.

Was Europas Versicherer vom chinesischen Markt lernen können

The Long View – Der Hintergrund

Chinas Versicherungssektor hat sich vom Verkäufermarkt zum datengetriebenen Ökosystem entwickelt – mit Plattformlogik, industrieller KI, Open-Source-Sprachmodellen und kompromissloser Kundenzentrierung, schreibt Patrick Dahmen, Managing Partner der auf die Versicherungsbranche spezialisierten Beratungsgesellschaft Valytics. Europas Versicherer müssen daraus Konsequenzen ziehen: weg von Piloten, hin zu Produktivitätssprüngen, eingebetteten Angeboten und belastbarer Daten-Governance.

„Fit & Proper“ als Qualitätsmaßstab für Aufsichtsräte

Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie 2025/2 in deutsches Recht werden sich die Anforderungen an die Aufsichtsräte von Versicherern erhöhen – Stichwort „Fit & Proper“. Das wird die Rolle der Gremien verändern, erwartet Ronald Köster vom Analysehaus Assekurata Solutions. Sowohl die Unternehmen als auch die Gremien selbst sollten sich rechtzeitig auf die neuen Regeln vorbereiten und sie als Chance begreifen, rät er.

Stellenabbau: Ergo und Verdi unterzeichnen sozialen Rahmenplan

Die Munich Re-Tochter Ergo will verstärkt künstliche Intelligenz einsetzen und bis 2030 rund 1.000 Stellen in Deutschland abbauen. Jetzt hat sich der Versicherer mit der Gewerkschaft Verdi auf einen sozialen Ordnungsrahmen geeinigt. Zentrale Punkte sind wie bereits angekündigt der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, Standortgarantien und die Einrichtung einer „Reskilling Akademie“, um Mitarbeitende umzuschulen.

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