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AGCS feuert Hartmut Mai und Sinéad Browne

 Leute – Aktuelle Personalien  Joachim Müller (Bild), seit Ende 2019 Chef des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), baut die Führung des Unternehmens radikal um. Als Teil des Umbaus werden Hartmut Mai und Sinéad Browne den Vorstand und das Unternehmen verlassen. Beide standen bislang an der Spitze zweier Regionen. Mai ist gerade im deutschen Markt sehr bekannt. Neu zur AGCS kommt Renate Strasser, aktuell Chefin der Schweizer Munich Re-Tochter New Re. Die AGCS ist zurzeit der größte Problemfall im Allianz-Konzern. Aber es ist unwahrscheinlich, dass schon 2020 eine Besserung eintritt.

Swiss Re findet ersten Versicherer für neue Plattform

Der Industrieversicherer der Swiss Re-Gruppe, Swiss Re Corporate Solutions, glänzte in den vergangenen Jahren nicht gerade mit positiven Nachrichten. Umso wichtiger, dass das Unternehmen jetzt einen ersten Versicherungskunden für die neugebaute Plattform für internationale Programme in der Industrieversicherung gewonnen hat. Die finnische Gesellschaft Local Tapiola wird künftig die Plattform nutzen, in die Industrieversicherungschef Andreas Berger große Hoffnungen setzt.

Herbert Fromme

Die Lehren aus Wirecard

 Herbert Frommes Kolumne  Der Wirecard-Gründer und Chef Markus Braun ist zurückgetreten. Die Bilanzlöcher bei dem Dax-Konzern könnten sich zu einem der größten Skandale der deutschen Finanzgeschichte auswachsen. Es ist normal, dass eine Affäre von solchen Ausmaßen auch Versicherer betrifft. Manche nutzen Wirecard als Dienstleister, eine Reihe von Gesellschaften hat vergleichsweise viel in Wirecard-Aktien investiert, andere halten Anleihen. An alledem ist nichts Ehrenrühriges. Großer Diskussionsbedarf besteht aber über die Rolle der Wirtschaftsprüfer, die durch ihre Testate wichtige Anleger wie die Versicherer überhaupt erst dazu bringen, massiv bei einem dubiosen Unternehmen einzusteigen.

Die Chance der Krise nutzen

Wegen der Corona-Krise musste das diesjährige Accelerator-Programm des Insurtech Hub Munich (ITHM) kurzfristig umgestellt und um zwei Monate verlängert werden. Allerdings hatten die Start-ups so in einer besonders schwierigen Situation Unterstützung. Beim Abschlusstag machte Investor Carsten Maschmeyer, der selbst in einige Start-ups aus dem ITHM investiert hat, den jungen Unternehmen Hoffnung. „Auch in einem schrumpfenden Markt ist es möglich, die eigenen Marktanteile zu vergrößern.“

Corona zieht Ratings nicht runter

Die Ratingagentur Fitch hat die meisten Versicherer aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) nicht wegen der Corona-Krise herabgestuft. Nur bei 34 Prozent der von ihr bewerteten EMEA-Versicherer hat sie ihre Einschätzung nach unten angepasst. In den meisten Fällen hat Fitch den Ausblick auf negativ gesetzt. Ein schlechteres Rating erhielten nur 12 Prozent der Versicherer. Dabei handelte es sich vor allem um italienische Gesellschaften. Sie sind auch der Grund, warum die EMEA-Region im weltweiten Vergleich relativ viele Bewertungsverschlechterungen aufweist.

Vorstandswechsel bei Jung, DMS & Cie.

 Leute – Aktuelle Personalien  Der Investmentvorstand Oliver Lang verlässt den Maklerpool Jung, DMS & Cie., sein Amt übernimmt der Vorstandsvorsitzende Sebastian Grabmaier. Neuer Vorstand für Digitalisierung, Marketing und Personal wird Stefan Bachmann (Bild). Außerdem: Willis Towers Watson holt sich einen Pensionskassen-Experten an Bord, die Digitalisierungsplattform Pylot hat einen neuen Geschäftsführer und der PKV-Verband bestätigt seinen Vorsitzenden Ralf Kantak. Neuzugänge gibt es auch bei Swiss Re Corporate Solutions und Hiscox.

Umweltschützer kritisieren Allianz und Munich Re

Ein Netzwerk von Umweltschutzorganisationen kritisiert die Allianz und Munich Re. Die Konzerne gehören zu den weltweit größten Versicherern des Öl- und Gassektors, zeigt eine Studie des Netzwerks Unfriend Coal/Insure Our Future und dessen deutschen Mitglieds Urgewald. In einem offenen Brief fordern die Nichtregierungsorganisationen insgesamt 30 Versicherer auf, insbesondere neue Öl- und Gasprojekte sowie Kohlekonzerne nicht mehr zu versichern. Allianz und Munich Re sehen sich indes auf dem richtigen Kurs und verteidigen ihr Vorgehen.

Neodigital wächst mit frischem Geld

Der saarländische Digitalversicherer Neodigital hat in seinem zweiten Geschäftsjahr die Prämieneinnahmen deutlich gesteigert. Nach 63.000 Euro in 2018 verbuchte das Unternehmen im vergangenen Jahr Beiträge von 1,9 Mio. Euro. Neodigital verkauft Policen unter eigenem Namen über Makler und Vermittler, bietet aber auch White-Label-Produkte an. In diesem Jahr konnte der Versicherer mit der VPV und Cosmos Direkt dafür zwei Kunden gewinnen. Auch die Zahl der Kunden wuchs deutlich: von 70.000 Ende 2019 auf mehr als 100.000 bis Mitte Juni.

Will die BaFin die Restschuldversicherung abschaffen?

 The Long View – Der Hintergrund  Durch die Corona-Krise ist dem Entwurf des neuen BaFin-Rundschreibens vom März 2020 zur echten Gruppenversicherung bislang sehr wenig Beachtung geschenkt worden. Die Frist zur Abgabe einer Stellungnahme endet schon am 6. Juli 2020, aber wo bleibt der rechtliche und politische Diskurs? Der Entwurf enthält Überraschungen mit Zündstoff für die Restschuldversicherung (RSV): Es fehlt die ganz wesentliche Regelung aus dem aktuell gültigen BAV-Rundschreiben 3/94 zur Höhe der angemessenen Vergütung des Gruppenversicherungsnehmers durch das Versicherungsunternehmen. Stattdessen findet sich eine neue Offenlegungspflicht. Wenn das – im Zusammenspiel mit dem aktuell weiterhin politisch diskutierten Provisionsdeckel – wirklich […]

Insurtechs droht Pleitewelle durch Corona

 Exklusiv  Lang war es für viele Insurtechs leicht, Kapital für ihre verheißungsvollen, aber noch ertragsschwachen Geschäftsmodelle aufzutreiben. Damit könnte es infolge der Corona-Pandemie zunächst vorbei sein. Die Krise dürfte einige junge Firmen zu der Erkenntnis bringen, dass sie gescheitert sind oder ihr Unternehmen verkaufen sollten, erwartet Andrew Rear, Chef der Munich Re-Tochter Digital Partners. Für viele Start-ups dürfte es entscheidend sein, wie sehr die Corona-Krise den etablierten Erst- und Rückversicherern zusetzt, glaubt Niki Winter, Digitalisierungsexperte bei Willis Towers Watson. Schließlich gehören sie zu den wichtigsten Kapitalgebern der Insurtechs.

GDV kritisiert Vorstoß gegen Wirtschaftskriminalität

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat ein Gesetz zur schärferen Bestrafung von Wirtschaftskriminalität auf den Weg gebracht. Das Kabinett hat den Entwurf am Mittwoch verabschiedet. Er sieht eine deutliche Anhebung der möglichen Sanktionen für Unternehmen mit einem Jahresumsatz über 100 Mio. Euro vor. Der GDV befürchtet unverhältnismäßig hohe Strafen. Interne Untersuchungen durch Unternehmen sollen sich mildernd auf Sanktionen auswirken können. Damit will das Justizministerium Compliance-Maßnahmen fördern. Den Gedanken findet der Verband gut, die Ausgestaltung aber nicht so gelungen.

Milliardenpotenzial bei Infrastrukturprojekten

Versicherer werden nach der Corona-Krise viele Möglichkeiten haben, in Infrastrukturprojekte zu investieren. Davon geht Swiss Re in der aktuellen Sigma-Studie aus. Gerade Schwellenländer müssen dann ihre Infrastruktur ausbauen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, allerdings haben sie dafür nicht ausreichend Geld. Deshalb werden sich Investitionsmöglichkeiten in Höhe von jährlich 920 Mrd. Dollar (814 Mrd. Euro) für institutionelle Anleger bieten. Auch beim Risikotransfer wird der Markt wachsen und das Prämienvolumen sich deutlich erhöhen.

Perseus kauft Cyriso

 Exklusiv  Der Service-Anbieter für Cybersicherheit Perseus will bis Jahresende stark wachsen und die Belegschaft verdoppeln. Einen kleinen Schritt dahin hat das Insurtech bereits jetzt mit dem Kauf des Berliner Dienstleisters für Nothilfe im Schadenfall Cyriso gemacht. Die Transaktion bringt Perseus neue Fähigkeiten und zusätzliche Kooperationspartner aus der Versicherungsbranche ein. Geschäftsführer Richard Renner spricht im Interview mit dem Versicherungsmonitor über die zunehmende Zahl von IT-Attacken in der Pandemie und über das Entwicklungspotenzial des deutschen Markts für Cyberpolicen.

Versicherer unterstützen Corona-Warn-App

Versicherer fördern die Nutzung der neu eingeführten Corona-Warn-App der Bundesregierung. Allianz und Munich Re beteiligen sich an einer Anzeigenkampagne, in der große deutsche Konzerne die Wichtigkeit der App bei der Bekämpfung des Virus betonen. Auch andere Gesellschaften sind bei dem Thema aktiv.

Führungskräfte müssen sich nach Corona neu erfinden

 Meinung am Mittwoch  Nach Corona stellen sich in der Versicherungswirtschaft viele Fragen – eine davon lautet: Sind die bisherigen Führungsmethoden noch die richtigen für die Zukunft? Führung wird post Corona auch deshalb anspruchsvoller, weil die Mitarbeiter im Homeoffice kaum mehr greifbar sind. Damit rückt die Stärkung der Selbstmotivation der Mitarbeiter in den Mittelpunkt der Führungsaufgabe. Das ist für die meisten bisherigen Führungskräfte ein völlig neuer Blickwinkel, ja ein Paradigmenwechsel. Sind auch neue Manager gefragt? Möglicherweise – denn die Erfolgsprinzipien der Zukunft sind so gar nicht die gleichen wie in der Vergangenheit.

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