Exklusiv Der Abwicklungsspezialist Arndt Gossmann geht unter die Technologie-Anbieter. Zusammen mit dem schweizerisch-dänischen High Tech-Unternehmen Deon Digital gründet seine Run-off-Firma Gossmann & Cie dafür ein Gemeinschaftsunternehmen. Die Firma namens DGTAL bietet Versicherern und Rückversicherern ein Tool an, mit dem sie ihre Schadenakten digitalisieren und auswerten können. Das soll nicht nur helfen, Reservierungen für Schäden akkurater einzuschätzen, sondern den Unternehmen auch einen besseren Überblick über ihren Bestand verschaffen.
Archiv ‘Digitalisierung’
Agilität ist mehr als nur ein Modewort
Meinung am Mittwoch Viele Konzernchefs sprechen darüber, wie sie in ihren Unternehmen agile Arbeitsweisen einführen, Berater wollen dabei tatkräftig unterstützen. Ähnlich wie bei der Digitalisierung scheint es zunächst um einen Trend zu gehen, bei dem alle dabei sein wollen. Doch Agilität ist mehr als ein Modethema. Es geht um flexibles, crossfunktionales Arbeiten, bei dem die Bedürfnisse des Kunden im Mittelpunkt stehen. Das ist immer noch nicht selbstverständlich und markiert auch nicht das Ende der Entwicklung im Unternehmen.
ESA: Mehr Kontrolle statt mehr Regeln
Versicherer, Banken und der Finanzmarkt sind in Europa zwar gut reguliert, allerdings müssen die Behörden mehr darauf achten, dass die Regeln auch eingehalten werden. Darin waren sich die Diskussionsteilnehmer beim Verbraucherschutztag der drei Aufsichtsbehörden Eiopa, EBA und ESMA (kurz: ESA) einig. Das ist besonders im digitalen Zeitalter wichtig: Durch die neuen Möglichkeiten und Angebote haben Verbraucher mehr Auswahl, aber es gibt auch mehr Fallen, in die sie tappen können. Um die Verbraucher zu schützen, müssen die Aufsichtsbehörden bei der Digitalisierung mithalten. Das klappt aber nicht immer, meinen die Experten.
Karuth-Zelle: Veränderungen kommen aus den Teams
Um die Digitalisierung und den Kulturwandel bei Versicherungsunternehmen voranzutreiben, hat die richtige Zusammensetzung von Teams eine entscheidende Bedeutung. „Man kann eine Veränderung nicht von oben ansagen, denn dann passiert gar nichts“, sagte Barbara Karuth-Zelle, die im Vorstand der Allianz SE für Operations und IT zuständig ist, beim Bayerischen Finanzgipfel der Süddeutschen Zeitung. Wenn die Mitarbeiter selbst feststellen, welche Vorteile Teams bieten, in denen Menschen verschiedenen Alters, verschiedenen Geschlechts und unterschiedlicher fachlicher Prägung arbeiten, habe das viel mehr Erfolg.
Ottonova muss noch warten
Die Frage, ob der digitale Krankenversicherer Ottonova für seinen digitalen Arztbesuch bei Schweizer Ärzten werben darf, ist immer noch ungeklärt. Der Bundesgerichtshof hat sich am Donnerstag mit der seit 2018 laufenden Auseinandersetzung zwischen dem Münchener Unternehmen und der Wettbewerbszentrale befasst. Die Verkündung der Entscheidung hat das Gericht für einen späteren Zeitpunkt angekündigt. Vorher möchte sich Ottonova nicht zu dem Verfahren äußern.
Allianz Direct startet in Spanien
Der neue Direktversicherer der Allianz ist jetzt auch in Spanien an den Start gegangen und hat sich dafür die lokale Gesellschaft Fénix Directo einverleibt. Seit dem heutigen Donnerstag könnten spanische Kunden schnell, einfach und hundert Prozent digital Kfz-Versicherungen bei der Allianz Direct abschließen, teilte das Unternehmen mit. Weitere Sparten wie Hausrat- und Haftpflichtpolicen sollen folgen. Damit ist die Allianz Direct in vier Ländern vertreten und hat ihr erstes Etappenziel erreicht.
Hielkema: Auch an Nicht-Digitale denken
Die Digitalisierung steht bei den Versicherern ganz oben auf der Agenda. Bei ihren Bemühungen sollten sie aber nicht außer Acht lassen, dass sich Millionen Europäer nicht auf digitalem Wege um ihre Finanzangelegenheiten kümmern können – etwa, weil sie eine Behinderung oder ein Bildungsdefizit haben. Diese Menschen sollten die Versicherer nicht unbeachtet lassen, mahnt die neue Eiopa-Chefin Petra Hielkema. Auch in anderen Bereichen sieht sie viele Versicherungslücken, die es zu schließen gilt. Dabei können Daten eine entscheidende Rolle spielen, glaubt sie.
„Wir müssen uns vor den Großen nicht verstecken“
Exklusiv Alexandra Ganz-Cosby ist seit 2018 Chefin des mittelständischen Versicherungsmaklers Artus mit Sitz in Baden-Baden. Sie ist gerne international unterwegs und hätte sich auch gut eine Karriere in der Tourismusbranche vorstellen können. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklärt sie, warum sie sich doch für das Familienunternehmen ihres Vaters entschieden hat und wie sie sich in einem Job in einer männerdominierten Branche durchsetzt. Gemeinsam mit ihrem Finanzchef Daniel Heinzler erklärt sie auch, wie sich Artus der aktuellen Fusionswelle im Markt entgegensetzen will und warum sie sich über manche Versicherer maßlos ärgert.
Politik und Aufsicht
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Pressegespräch des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute sowie der BaFin, Webinar von Insurance Europe mit der neuen Eiopa-Chefin und Consumer Protection Day der europäischen Aufsichtsbehörden
Deutschland braucht mehr bAV
The Long View – Der Hintergrund Altersvorsorge war im Wahlkampf immer ein wichtiges Thema und so finden sich in allen Programmen der demokratischen Parteien auch konkrete Vorschläge für die drei Säulen. Das größte Potenzial steckt jedoch in der Säule II, der betrieblichen Altersversorgung (bAV) – vor allem, wenn die digitalen Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden. Bislang sind die Anforderungen hier viel zu komplex und schrecken Arbeitnehmer und Arbeitgeber ab.
Nürnberger feuert Vorstand Seibold
Exklusiv Die Nürnberger hat sich in einer Blitzaktion von Vorstandsmitglied Martin Seibold getrennt. Vorausgegangen waren heftige Auseinandersetzungen im Vorstand. Der promovierte Physiker sollte eigentlich die IT des Unternehmens aufräumen, doch ist damit offenbar gescheitert – nicht zuletzt an internen Widerständen. Auch sonst hat die Nürnberger beim Spitzenpersonal Interessantes zu bieten.
Digitalisierung macht Bancassurance schnelllebiger
Der Verkauf von Policen über den Bankschalter ist schon lange Teil der Vertriebsstrategie von Versicherern. Die sogenannte Bancassurance hat bisher allerdings in Deutschland nicht wirklich den Durchbruch geschafft. Nach Ansicht des Insurtechs Friendsurance könnte sich das durch die Digitalisierung ändern. Sie macht es Banken nicht nur leichter, Versicherungsangebote zu integrieren, sondern verändert auch die Kunden-Erwartungen. Dass die Laufzeiten für Bancassurance-Kooperationen deutlich kürzer werden, könnte sich für die Versicherer zum Nachteil entwickeln.
Worte und Taten müssen zusammenpassen
Meinung am Mittwoch Die Industrieversicherer sollten aktiver den Dialog mit den Kunden suchen. Das hätte in der nachvollziehbaren harten Sanierungsphase geholfen, aber auch bei der Auseinandersetzung um die Betriebsschließungsversicherung. Wer als Helfer in Notsituationen eine gute Reputation haben will, sollte zu den wichtigen Themen kommunizieren. Ehrlich, frühzeitig und transparent. Alles andere sind Lippenbekenntnisse, die die hehren Unternehmensleitbilder konterkarieren.












