Steigende Preise, sinkende Kapazitäten und immer mehr Ausschlüsse – Der Markt in der Industrieversicherung wird rauer. In dieser Situation erfreuen sich firmeneigene Versicherer, sogenannte Captives, einer wachsenden Beliebtheit. Das zeigt eine Studie der europäischen Risikomanagervereinigung Ferma und des Beraters PwC. Die Captives können Risiken übernehmen, die sich im Markt nicht platzieren lassen. Ob das auch für Pandemiegefahren gilt, ist allerdings fraglich.
Archiv ‘Digitalisierung’
Schließt die Streichelzoos
Herbert Frommes Kolumne Kaum ein Versicherer ist heute ohne Digital-Lab oder eine digitale Tochtergesellschaft. Manche sind an Start-ups beteiligt, viele sind Mitglied der Insurlabs in Köln und München. Das mag oft sinnvoll gewesen sein. Aber jetzt sollten die Streichelzoos oder Sandkästen geschlossen werden. Denn inzwischen behindern sie die Digitalisierung der Versicherungswirtschaft. Viele Unternehmensführungen und Mitarbeiter glauben, dass sie mit den Sondereinheiten ja genug tun in Sachen digitaler Umbau. Das ist ein Irrtum.
Mailo mit „Sowohl-als-auch-Bilanz“
Exklusiv Wenn keine Veranstaltungen mehr stattfinden und Restaurants und Fitnessstudios viele Wochen geschlossen sind, haben die Anbieter von Policen für diese Zielgruppe schlechte Karten. Damit muss auch der junge Versicherer Mailo kämpfen. Doch er profitiert gleichzeitig von der verstärkten Nachfrage von Maklern nach digitaler Anbindung. Deshalb ist Gründer Matthias Uebing zuversichtlich, dass das Insurtech nach der Krise zu den Gewinnern gehört, erklärt er im Interview.
Swiss Re: Partnerschaften sind das A und O
Die Corona-Krise hat der Digitalisierung einen enormen Aufschwung beschert. Das sind aber nicht nur gute Nachrichten. Versicherer befürchten, dass technisch versiertere Unternehmen ihnen gefährlich werden können. Dazu gehören vorrangig Insurtechs und große Tech-Giganten wie Amazon und Google. Der Rückversicherer Swiss Re beruhigt die Branche. Insurtechs alleine werden die Branche nicht aufmischen können, und auch Tech-Konzerne nicht. Sie werden auf Partnerschaften setzen, glaubt der Rückversicherer. Zurücklehnen dürfen sich Versicherer deshalb aber nicht.
Assekurata: Corona bremst Transformation
Die Lebensversicherer bekommen die Corona-Pandemie weniger in der Versicherungstechnik als vielmehr bei der Kapitalanlage zu spüren, glaubt die Ratingagentur Assekurata. Auch in die Zinszusatzreserve werden sie in diesem Jahr mehr einzahlen müssen als zunächst gedacht. Die Krise bremse die Transformationsprozesse der Anbieter, halte sie aber nicht auf, erklärt Analyst Lars Heermann bei einer Videokonferenz. Wachstumschancen gibt es nach wie vor, aber auch viele Hürden zu überwinden.
Perspektiven für die Zeit nach der Krise
Meinung am Mittwoch Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen bringen viele an ihre Grenzen. Mit einer klaren Perspektive wären diese Einschränkungen leichter zu akzeptieren. Für die Versicherungswirtschaft kann der aus der Krise resultierende Digitalisierungsschub die Grundlage für eine solche Perspektive sein. Es ergeben sich ganz unterschiedliche Ansatzpunkte für neue Geschäftschancen und die Versicherer sollten das aktuelle Zeitfenster nutzen, um sich mit neuen Angeboten für die Zeit nach der Krise zu positionieren.
Der digitale Makler
The Long View – Der Hintergrund Die Zukunft der Versicherungsbranche ist digital. Spätestens die Corona-Krise hat viele Makler gewissermaßen in Online-Gewässer geschubst. Doch damit das moderne Maklergeschäft langfristig erfolgreich sein kann, braucht der Wechsel ins World Wide Web vor allem eins: eine kluge Strategie. Wie Remote-Unerfahrene ihr Geschäft Stück für Stück auf webbasierte Beine stellen können.
Neodigital wächst mit frischem Geld
Der saarländische Digitalversicherer Neodigital hat in seinem zweiten Geschäftsjahr die Prämieneinnahmen deutlich gesteigert. Nach 63.000 Euro in 2018 verbuchte das Unternehmen im vergangenen Jahr Beiträge von 1,9 Mio. Euro. Neodigital verkauft Policen unter eigenem Namen über Makler und Vermittler, bietet aber auch White-Label-Produkte an. In diesem Jahr konnte der Versicherer mit der VPV und Cosmos Direkt dafür zwei Kunden gewinnen. Auch die Zahl der Kunden wuchs deutlich: von 70.000 Ende 2019 auf mehr als 100.000 bis Mitte Juni.
Innovation in der Rezession: Hürde oder Ausweg?
The Long View – Der Hintergrund Innovationen, die Kunden einen echten Mehrwert bieten, sind in diesen Zeiten notwendiger als je zuvor. Digitale Technologien können dabei helfen, einen Weg aus der wirtschaftlichen Krise zu finden. Neuartige Dürreversicherungen auf Basis satellitengestützter Bodenfeuchtemessungen oder parametrische Deckungen für Hurrikanschäden sind Beispiele, wie die Rückversicherungsbranche dazu einen Beitrag leisten kann.
Ernüchternde Insurtech-Zahlen
Herbert Frommes Kolumne Was immer man von Solvency II hält, das System hat zweifellos auch gute Seiten. Dazu gehört die größere Transparenz. Jetzt liegen die Solvenzberichte für 2019 vor, auch die der Insurtechs mit Versicherungslizenz. Gemeinsam ist fast allen, dass sie sehr viel Geld verbrennen. Das ist für einen Versicherer in den ersten Jahren auch nicht ungewöhnlich. Bei einigen Insurtechs ist aber zweifelhaft, ob Investoren sie weiterhin mit den benötigten Millionen unterstützen werden. Dennoch: Traditionelle Versicherer, die Insurtechs unterschätzen, machen einen großen Fehler.
Element: Mehr Prämie und mehr Verlust
Im zweiten vollen Geschäftsjahr hat der Digitalversicherer Element 4,3 Mio. Euro an Bruttoprämien eingenommen. Allerdings fiel auch der Verlust höher aus. Der Versicherer machte ein Minus von 14,2 Mio. Euro. Das entspreche den Erwartungen, da sich das Unternehmen noch im Aufbau befinde, teilte Element mit. Auch für dieses Jahr rechnet das Unternehmen nicht mit einem Gewinn. Element bietet White Label-Lösungen für Kooperationspartner an und tritt nicht unter eigenem Namen im Markt auf.
Podcast: „Es ist vieles nicht digital, soll aber so aussehen“
Versicherungsmonitor O-Ton Carsten Maschmeyer, lange Jahre Chef des AWD, ist heute vor allem als Investor und Fernsehstar in Gründershows bekannt. Der Mann ist nicht unumstritten in der Versicherungsbranche – aber er kennt sie gut und hat eine klare Meinung. Im O-Ton-Interview mit dem Versicherungsmonitor erklärt Maschmeyer, wie die Versicherer sich seiner Ansicht nach digital verändern müssen, und warum Start-ups jetzt Probleme bekommen, aber trotzdem Erfolg haben können.
Coya wächst stark – auch der Verlust
Der Berliner Digitalversicherer Coya ist 2019 erheblich gewachsen. Die Bruttobeiträge beliefen sich zum Jahresende auf 812.000 Euro, die Zahl der Kunden auf 94.000. Allerdings hat das Insurtech auch beim negativen Ergebnis zugelegt. Das zeigt der Bericht zur Solvenz- und Finanzlage (SCFR) des Unternehmens, das zum führenden Digitalversicherer Europas aufsteigen will.











