Die Einführung des internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS 17 wurde im März dieses Jahres um ein weiteres Jahr verschoben. Die Munich Re ruht sich darauf aber nicht aus. Im Gegenteil: Der Rückversicherer nutzt die Zeit und treibt die gruppenweite Harmonisierung der Standards voran. Für alle Länder soll es künftig eine identische Interpretation der Standards geben, sagte Finanzchef Christoph Jurecka beim digitalen CFO Dinner der Süddeutschen Zeitung. Die Umstellung sei aus zwei Gründen wichtig: Sie beschleunige die Digitalisierung und verändere die Funktion des Finanzvorstands.
Archiv ‘Digitalisierung’
Deutsche Bank und Friendsurance greifen Check24 an
Mehr als zwei Jahre hat es gedauert, bis die Deutsche Bank zusammen mit dem Insurtech Friendsurance den angekündigten Versicherungsmanager auf den Markt gebracht hat. Friendsurance erklärt das mit der neuen Art der Zusammenarbeit. Mit dem neuen Versicherungsmanager wollen die beiden Unternehmen nun Vergleichsportalen wie Check24 Konkurrenz machen, denn Kunden können dort nicht nur ihre Verträge verwalten, sondern auch Policen vergleichen und abschließen.
Leadership unter Covid-19: Was ist das „New Normal”?
Meinung am Mittwoch Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung des Arbeitsalltags beschleunigt. Viele Unternehmen arbeiten seit Monaten überwiegend im Homeoffice. Einige überlegen, jetzt wieder verstärkt zur Präsenzpflicht im Büro zurückzukehren. Statt in eine Arbeitswelt zurückzufallen, die schon seit vielen Jahren nicht mehr zeitgemäß ist, sollten wir die Krise als Chance nutzen, um mit veralteten Strukturen, Prozessen und Denkmustern aufzuräumen. Wir brauchen eine zukunftsfähige, agile Arbeitskultur und einen modernen Führungsstil.
Digitale Inseln nützen, die Lösung sind sie nicht
Herbert Frommes Kolumne Niemand kann voraussagen, welche Langfristfolgen die Corona-Pandemie für die internationale Versicherungsbranche haben wird. Die meisten Vorstände gehen davon aus, dass die Krise einen Digitalisierungsschub bringen wird. Wie der genau ablaufen wird, ist aber auch noch unklar. Doch es gibt einzelne Bereiche, in denen jetzt sehr konkret digital umgebaut wird. Die Schadenbearbeitung sticht dabei hervor. Das ersetzt nicht die größeren Veränderungen.
Erzwungene Anpassungsfähigkeit
Die Versicherungsbranche gilt als sehr veränderungsresistent und behäbig. Dass sie sich durchaus schnell anpassen kann, wenn sie muss, habe die Corona-Krise gezeigt, sagte Horst Nussbaumer, Chief Operating Officer bei der Zurich Deutschland, bei einer Veranstaltung in Köln. Ihn schrecken deshalb auch die Herausforderungen nicht, die künftig auf die Versicherer zukommen. Die Anbieter müssten sich allerdings ihren in der Krise geborenen Mut erhalten, auch unter Unsicherheit Entscheidungen zu treffen.
Drei Themen über den Tag hinaus
Meinung am Mittwoch Das Ende der Zeit als Kolumnist gibt Anlass zum Nachdenken über Themen, die über den Tag hinaus Bedeutung besitzen. Gerade auch die Corona-Krise lässt diese Reflexion angebracht erscheinen. Es hat sich herausgestellt, dass die Versicherungswirtschaft als Ganzes weniger krisenanfällig ist als so manche andere Branche – dennoch gibt es für die führenden Unternehmen keinen Grund, sich zurückzulehnen. Die Krise wird in allen Lebensbereichen den Wandel beschleunigen. Da sind die Versicherer gut beraten, diesen Wandel aktiv zu gestalten, ihre Aktivitäten vielleicht sogar noch zu beschleunigen. Drei Themen verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Digitalisierung und Corona
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Breakfast Lectures des Versicherungsmonitor, virtuelles Mediengespräch des GDV zur D&O-Versicherung, Versicherungsdialog 2020 von Bearing Point und virtuelle Lebensversicherungskonferenz des Instituts für Versicherungswissenschaften an der Universität Leipzig
Konnektivität: Fluch und Segen für Versicherer
Jeder Verbraucher könnte in wenigen Jahren im Schnitt vier vernetzte Geräte besitzen. Für die Versicherer ist das Herausforderung und Chance zugleich, schreibt das Beratungsunternehmen Bearing Point in einer aktuellen Studie. Die Konnektivität ermögliche exaktere und individuellere Abschätzungen von Risiken und damit individuellere Angebote mit ausgeprägter Servicekomponente über den Versicherungsschutz hinaus. Die Versicherer müssten sich aber auch darauf einstellen, dass der moderne Kunde jederzeit, überall und über jedes Gerät bedient werden will.
Kfz-Versicherer brauchen neue Modelle
Auf den ersten Blick verhilft die Pandemie dem Individualverkehr zu zusätzlicher Bedeutung. Doch darauf dürfen sich die Kfz-Versicherer nicht ausruhen, warnen Branchenvertreter. Sie müssten sich auf kurze Sicht einstellen auf eine deutlich steigende Sparneigung der Verbraucher, längerfristig dürfte der Trend zum Carsharing zahlreiche Veränderungen bringen.
Covid-19 offenbart Lücken bei Start-ups und Versicherern
Die Covid-19-Krise und die damit einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben die Defizite der Versicherungsbranche bei der Digitalisierung deutlich hervorgehoben, heißt es im World Insurtech Report des Beratungsunternehmens Capgemini. Für die neuen Kundenansprüche fühlen sich die meisten Versicherer noch nicht gewappnet, zeigt die Umfrage. Um diese Lücken zu schließen, wenden sich viele Anbieter an Insurtechs. Die erhöhte Nachfrage stellt jedoch auch die Start-up vor Herausforderungen.
Friedrich der Große und die Digitalisierung
Meinung am Mittwoch Digitalisierung ist die Möglichkeit für kleinere Unternehmen, sich gegenüber den großen als ebenbürtig zu erweisen. Das funktioniert aber nur, wenn an der Führungsspitze eine klare Vorstellung von dem besteht, was man mit Digitalisierung erreichen will und wie Digitalisierung in der Praxis aussehen soll.
Keine gravierenden Auswirkungen durch Corona
Die Corona-Pandemie wird in der Lebens-, der Berufsunfähigkeits- und der Krankenversicherung zu keiner nennenswerten Schadenbelastung führen, erwartet Alban Senn (Bild), Chief Medical Officer der Munich Re. Voraussetzung sei, dass es keine zweite Infektionswelle gibt, sagte Senn beim Online-Vertriebskongress der Continentale. Der Dortmunder Versicherer sieht bislang nur geringe Leistungsfälle durch Covid-19, berichtete Vorstand Helmut Hofmeier. Er ist überzeugt, dass trotz der fortschreitenden Digitalisierung die Vermittler eine wichtige Rolle behalten werden. Ökonom Bert Rürup ist da wesentlich skeptischer.
Heilwesenversicherer Sham kooperiert mit Actineo
Der französische Spezialversicherer Sham und der auf die medizinische Einschätzung von Personenschäden spezialisierte Kölner Dienstleister Actineo gründen ein Joint Venture in Frankreich. Das neue Gemeinschaftsunternehmen namens Antevis soll ab Oktober Dienstleistungen in den Bereichen Arzt- und Krankenhaushaftpflicht sowie Heilwesen anbieten. Zielgruppe sind Akteure aus der Versicherungsbranche und medizinische Einrichtungen, die im Rahmen der medizinischen Haftpflicht mit der Bearbeitung von Personenschadenfällen zu tun haben.
Apps ersetzen keine persönliche Betreuung
Exklusiv Für die privaten Krankenversicherer wird es in Zukunft vor allem darum gehen, die Digitalisierung in ein ausgewogenes Verhältnis zur notwendigen persönlichen Betreuung der Kunden zu bringen, erwartet Thilo Schumacher, im Vorstand der Axa Deutschland zuständig für die Personenversicherung. Die Axa Krankenversicherung sieht Schumacher für diese Herausforderung gut gerüstet, da sie früh in die Digitalisierung und den Ausbau der Gesundheitsservices investiert hat. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie lassen sich zwar noch nicht genau absehen, 2020 wird aber ein solides Jahr für das Unternehmen, sagt er.
Homeoffice ist keine Digitalisierung
Herbert Frommes Kolumne Manche Versicherungsvorstände sind gerade sehr stolz auf sich und ihre Unternehmen und klopfen sich verbal permanent selbst auf die Schulter. Der von der Pandemie erzwungene Umzug ins Homeoffice habe gezeigt, wie weit die Unternehmen bei der Digitalisierung schon seien, wird behauptet. Das ist natürlich Unsinn. Dass der Schnellumzug gelungen ist, ist in der Tat eine große Leistung. Aber das ist nicht Digitalisierung. Ein veraltetes System bleibt ein veraltetes System, ob es am Schreibtisch im Büro oder remote vom Küchentisch aus bedient wird.













