Archiv ‘Hiscox’

Brexit: Kein akuter Handlungsbedarf

 Meinung am Mittwoch  Der Brexit bleibt weiterhin spannend. Der Termin für den Austritt Großbritanniens aus der EU wurde mehrfach verschoben, es kam zum Regierungswechsel im Vereinigten Königreich und zu Verwerfungen im britischen Unterhaus. Ob der jetzt geplante Austrittstermin zum 31. Oktober 2019 gehalten werden kann, ist ungewiss. Ein akuter Handlungsbedarf für Versicherer mit Risiken in Großbritannien besteht allerdings nicht. Zum einen gibt es Übergangsregelungen, zum anderen haben auch die Versicherer selbst schon vorgesorgt.

IT-Branche schlecht informiert über Cyberrisiko

IT-Experten haben zurzeit Hochkonjunktur, durch die Digitalisierung haben sie alle Hände voll zu tun. Über ihren Versicherungsschutz wissen viele IT-Unternehmen allerdings nicht besonders gut Bescheid, wie eine Untersuchung im Auftrag von Hiscox Deutschland zeigt. So ist vielen der Unterschied zwischen Berufshaftpflicht und Betriebshaftpflicht nicht bekannt. An Cyberpolicen gibt es in der Branche bislang nur verhaltenes Interesse. Gerade einmal 20 Prozent sind gegen Hackerangriffe versichert. Dabei erwarten 42 Prozent der Auftraggeber, dass externe IT-Dienstleister solche eine Deckung haben.

Hiscox sieht Licht bei den Preisen

Der britische Versicherer Hiscox sieht Grund für Optimismus. Die Preise am Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s sind gestiegen. Auch in der Rückversicherung lief es für Hiscox im ersten Halbjahr 2019 besser als im Vorjahreszeitraum. Allerdings hat der Versicherer mit hohen Schäden zu kämpfen. Insgesamt stiegen die Prämieneinnahmen im ersten Halbjahr um 4,9 Prozent auf rund 2,3 Mrd. Dollar. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich dank hoher Kapitalerträge um 3 Prozent auf 168 Mio. Dollar. Zufrieden zeigt sich Chairman Robert Childs mit den Geschäften in Deutschland, hier will Hiscox weiter wachsen, auch personell.

Unternehmen unsicher über Cyberpolicen

Cyberpolicen verkaufen sich immer besser, das zeigt auch der aktuelle Cyber Readiness Report des Versicherers Hiscox. Demnach ist der Anteil der Firmen mit einer Versicherung gegen Hackerangriffe und andere Datenschutzvorfälle binnen Jahresfrist von 33 Prozent auf 41 Prozent gestiegen. 34 Prozent der deutschen Firmen gaben an, eine Cyberpolice zu haben. Hiscox glaubt aber, dass der wirkliche Anteil deutlich niedriger liegt, weil viele Unternehmen Teildeckungen über eine Elektronik- oder Vertrauensschadenversicherung mit einer vollwertigen Cyberpolice verwechseln. Die durchschnittlichen Schäden durch Cybervorfälle sind hierzulande stark angestiegen – vor allem aufgrund eines hohen Einzelschadens über 42,5 Mio. Euro.

Mücke wird neue Vorstandsvorsitzende der NAG

 Leute – Aktuelle Personalien  Die Gewerkschaft NAG hat eine neue Vorstandsvorsitzende: Gaby Mücke. Das Munich Re-Aufsichtsratsmitglied übernimmt die Nachfolge von Waltraud Baier, die zur Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Außerdem: Der Spezialversicherer Hiscox expandiert in Deutschland und hat deshalb einige personelle Änderungen vorgenommen. Der ehemalige Verbandsdirektor des PKV-Verbands Volker Leienbach scheidet aus dem Führungsgremium der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und -gestaltung aus. Sein Nachfolger wird der Jurist Florian Reuther, der auch schon seinen Posten beim PKV-Verband übernommen hat.

Hiscox und DLA Piper streiten über Cyberdeckung

DLA Piper, eine der größten britischen Anwaltskanzleien, fordert mehrere Millionen Pfund vom Versicherer Hiscox für Schäden durch den Trojaner Petya/ Notpetya. Der Versicherer weigert sich, den Schaden zu bezahlen. Jetzt ist das Verfahren vor einem Schiedsgericht, berichtet die britische Times. Anders als bei dem Streit zwischen Zurich und dem Lebensmittelhersteller Mondelez berufe sich der Versicherer aber nicht auf den Kriegsausschluss, betonte eine Hiscox-Sprecherin gegenüber dem Versicherungsmonitor.

Armon: „Versicherer haben deutlich Blut gelassen“

Der Finanzskandal in Australien sowie Sammelklagen in den USA haben einige D&O-Versicherer zuletzt viel Geld gekostet. Den nur auf dem deutschen Markt tätigen Anbietern geht es dagegen deutlich besser, sagt Marcel Armon, Geschäftsführer des Maklers Howden Germany, im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor. Zwar konnten sich die Versicherer mit Forderungen nach Prämienerhöhungen auf dem deutschen Markt kaum durchsetzen, für einige Unternehmen ist es dennoch schwerer geworden, Versicherungsschutz zu bekommen.

Hiscox verdreifacht Gewinn

Der britische Versicherer Hiscox kann einen kräftigen Gewinnsprung vermelden. Der Gewinn vor Steuern hat sich 2018 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht, auf umgerechnet 120,9 Mio. Euro. Hauptgrund dafür ist der Aufschwung am Londoner Markt, der laut Hiscox nach einer dreijährigen Durststrecke wieder in Richtung Wachstum und Gewinn gedreht hat. Hohe Naturkatastrophenschäden konnte der Versicherer über starkes Privat- und Gewerbekundengeschäft abfedern. Für den EU-Ausstieg Großbritanniens sieht sich Hiscox gut aufgestellt. Die Brexit-Vorbereitungen schlugen mit Einmalkosten in Höhe von 15 Mio. Dollar zu Buche.

Cyber-Angreifer aus den eigenen Reihen

Der auf Cyberschutz spezialisierte Versicherer Hiscox erlebte als einer der Pioniere in dem jungen Geschäft, wie heftig Hacker Unternehmen attackieren. Bei einem Kunden ging 2017 plötzlich nichts mehr – die gesamte IT lag lahm. Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte den IT-Dienstleister angegriffen. Als die Attacke einigermaßen ausgestanden war, schlug der Mann nochmals zu. Hiscox zahlte rund drei Mio. Euro für die Schäden des Kunden. Das Cyber-Geschäft ist für Versicherer riskant, weiß Bronek Masojada, Vorstandsvorsitzender der Hiscox-Gruppe. „Würde Hiscox nur Cyber machen, wäre das nicht gut für uns“, sagte er im Interview mit dem Versicherungsmonitor.

Neue Schadsoftware Ryuk plagt Cyberversicherer

Massenhaft versendete Verschlüsselungstrojaner wie Wanna Cry, Notpetya oder aktuell Gandcrap können ganze Unternehmen lahmlegen. Jetzt treibt ein Schädling namens Ryuk sein Unwesen, der Cyberkriminellen weit gezieltere Erpressungen ermöglicht als seine Vorgänger. In Einzelfällen kann er beträchtliche Schäden anrichten. Aber auch seine Basis-Software Emotet macht Unternehmen und ihren Cyberversicherern zu schaffen. Für Unruhe im Markt für die Policen sorgt der Streit zwischen dem US-Lebensmittelhersteller Mondelez und seinem Versicherer Zurich über die Anwendbarkeit eines Kriegsausschlusses bei einem Notpetya-Schaden.

Generali gründet Kunstversicherer

Die Generali gründet einen neuen weltweit agierenden Kunstversicherer mit Sitz in München, der Museen und Privatleute versichern soll und damit vor allem gegen Axa und Hiscox antritt. Deutschlandchef Giovanni Liverani verkündete die Gründung in der Alten Pinakothek in München – wo die Generali eine Ausstellung über florentinische Maler des 14. Jahrhunderts sponsert. Zum Geschäftsverlauf 2018 sagte Liverani, es sei das beste Jahr in der Geschichte der Generali Deutschland gewesen.

Hiscox und das Cyber-Schauspiel

 Nachschlag – Der aktuelle Kommentar  Versicherer rühren kräftig die Werbetrommel für die neuen Cyberversicherungen. Sie warnen potenzielle Kunden vor großen Gefahren aus dem Darknet und sprechen gefühlt in Endlosschleife über Bot-Attacken, Erpressungen und Betriebsunterbrechungen durch Hacker. Cyberpolicen bieten wichtigen Schutz, säuseln sie. Hiscox griff in London zu einer recht absurden Maßnahme: Der Spezialversicherer engagierte Schauspieler, die eine Cyberattacke auf einen Fahrradladen darboten. Ob das der Sparte zum Durchbruch verhilft? Im Wettstreit der Cyberversicherer geht es offenbar frei nach Goethe: Erlaubt ist, was gefällt.

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