Ukrainekrieg, Nahostkrieg, Rezession, Haushaltskrise, Klimaschäden: Das Jahr 2023 hatte einiges zu bieten. Das gilt auch für die Versicherungswirtschaft. Sie ist von den globalen Ereignissen betroffen und hat außerdem noch ihre eigenen Baustellen. Die Zinswende gehört ebenso dazu wie die Inflation, mögliche Liquiditätsprobleme und der Fachkräftemangel. 2023 ist auch ein Jahr der Maklerfusionen und der politischen Entscheidungen über die Altersvorsorge. Hier der erste Teil unseres dreiteiligen Jahresrückblicks.
Archiv ‘Willis Towers Watson’
Aon-Transaktion „größte in der Geschichte“
Die Milliardenübernahme des US-Maklers NFP durch Aon ist die größte Transaktion in der Geschichte der Versicherungsmakler, schreibt das Londoner Analysehaus Insuramore. Allerdings verharrt Aon trotz der 13,4 Mrd. Dollar teuren Übernahme weiter auf Platz zwei in der globalen Rangliste. Marktführer ist unverändert Marsh. Doch Aon kann seine Position deutlich stärken, glauben die Analysten.
Aon mit Milliardenübernahme
Aon übernimmt den im Mittelstand tätigen US-Makler und Berater NFP für 13,4 Mrd. Dollar. Der Großmakler verstärkt sich damit in einem stark wachsenden Marktsegment. Der Zukauf kommt kurz nachdem Aon ein Restrukturierungsprogramm angekündigt hat, mit dem 350 Mio. Dollar im Jahr gespart werden sollen. NFP verfügt über Niederlassungen in den USA, Puerto Rico, Kanada, Großbritannien und Irland und bringt 7.500 Mitarbeiter mit.
VM-Maklerranking: Aon und Ecclesia weit vorne
Exklusiv Die Makler Aon und Ecclesia führen das Maklerranking des Versicherungsmonitors mit großem Abstand an. 2021 hatte Ecclesia knapp die Nase vorn, 2022 Aon. Das dürfte auch 2023 so bleiben. Beide haben einen komfortablen Vorsprung vor dem Drittplatzierten Funk. Die große Maklerkonsolidierung der vergangenen Jahre hat sich noch nicht in der Marktführerschaft niedergeschlagen, aber das ist nur eine Frage der Zeit.
Endspiel der Maklerkonsolidierer
Herbert Frommes Kolumne Die Welle der Übernahmen und Fusionen unter den Industrie- und Gewerbemaklern ebbt nicht ab. Auch der Wettbewerb um gute Köpfe und Teams geht weiter. In Hamburg wechselt ein Schiffsversicherungsteam von Marsh zu Howden. Willis Towers Watson verliert seine hoch angesehene Geschäftsführerin Monika Behrens, die zu Aon geht. Doch das Ende der Party ist absehbar. Kein Wunder, dass einige Investoren aussteigen und andere Aktionäre Kasse machen wollen.
Zehn Jahre Versicherungsmonitor – ein Rückblick
Der Versicherungsmonitor feiert seinen zehnten Geburtstag. Ein Grund, um auf die spannendsten Geschichten aus dieser Zeit zurückzublicken. Neben der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine gab es in den vergangenen fünf Jahren zahlreiche erinnerungswürdige Ereignisse: Generali verkauft die Generali Leben an den Abwicklungsspezialisten Viridium. Die seit über einem Jahr geplante Fusion von Aon und Willis Towers Watson platzt. Jörg Asmussen wird neuer Vorsitzender der Geschäftsführung vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, und Sturmtief „Bernd“ sorgt für schwere Verwüstung. Hier der zweite und letzte Teil.
Zehn Jahre Versicherungsmonitor – ein Rückblick
Im Jahr 2013 erschien zum ersten Mal der Newsletter des Versicherungsmonitors hinter der Bezahlschranke. Das Top-Thema damals: Der Internet-Riese Google rudert aufgrund technischer Probleme mit seinem Vergleichsportal für Versicherungen zurück. In den folgenden Jahren gab es noch viele andere spannende Themen wie den Boom des externen Run-offs, einen neuen digitalen Krankenversicherer und das Insurtech Financefox, das sich zum Einhorn Wefox mausert. Der Versicherungsmonitor blickt auf interessante Deals, wichtige Personalien und die großen Ereignisse der vergangenen zehn Jahre zurück. Hier der erste von zwei Teilen.
WTW: Inflation führt am häufigsten zu Protesten
Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten finden nun auch in reichen Ländern statt und werden angesichts der Konzentration versicherter Objekte zur Herausforderung für die Versicherer. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson (WTW). Im „Political Risk Index Report“ wird erklärt, welche politischen Risiken als vorrangig angesehen werden und welche Länder besonders betroffen sind.
Manager fürchten Cyber-Risiken
Cyber-Risiken bedrohen die Geschäftstätigkeit der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Führungskräfte in der Region nehmen Cyber-Erpressung, Hacker-Angriffe und Datenverlust als die größten Haftungsrisiken wahr. Das geht aus einer gemeinsamen Studie des Makler- und Beratungskonzerns Willis Tower Watson und der Großkanzlei Clyde & Co hervor.
Büchter: „Punktuell gibt es Entspannung“
Nachgefragt – Das Video-Interview Kai-Frank Büchter, Chef des Maklers Aon in Deutschland, Österreich und der Schweiz, steht im Interview mit dem Versicherungsmonitor ausführlich Rede und Antwort. Es geht um die Marktsituation, die auch wegen der Inflation immer noch sehr angespannt ist, die Fusionswelle im Maklermarkt und Aons Rolle dabei. Büchter antwortet offen auf die Frage, wer eigentlich noch wichtig ist für die Industrie: nämlich vor allem Rückversicherer sowie HDI, Allianz und Axa. Es geht auch um die gescheiterte Fusion mit Willis, ESG-Kriterien, Captives und die Personalgewinnung.
Aon und Metzler kooperieren bei bAV
Exklusiv Der Makler und Berater Aon und das Frankfurter Bankhaus Metzler arbeiten künftig bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) zusammen. Damit schließt Aon eine Lücke im Angebot für Unternehmen, die ihre Altersvorsorge extern betreuen lassen wollen. Die ursprünglich für diesen Zweck vorgesehene Tochter United Pensions Deutschland hatte der Makler Ende 2022 aufgelöst. Eigentlich hatte er darauf gesetzt, mit der geplanten Fusion mit Willis Towers Watson deren Spezialisten für die betriebliche Altersvorsorge zu gewinnen. Doch der Zusammenschluss war 2021 gescheitert.
Erneuerbare Energien: Wie Risikomanager jetzt agieren sollten
Das aktuell schwierige Marktumfeld mit Inflation, Problemen bei Lieferketten und geopolitischen Spannungen sorgt in Unternehmen, die sich zur Dekarbonisierung ihres Geschäfts mit erneuerbaren Energien auseinandersetzen müssen, für große Herausforderungen. Risikomanager sollten deshalb in den kommenden Monaten umsichtig handeln und das eigene Unternehmen beim Übergang zum Netto-Null-Ziel wachsam begleiten, rät der Makler und Berater Willis Towers Watson in einem aktuellen Bericht.
ESG: Firmen müssen kleinere Brötchen backen
Exklusiv Risikomanager wollen dabei helfen, die Nachhaltigkeitsstrategien ihrer Unternehmen voranzutreiben. Doch es mangelt an konkreten Maßnahmen und messbaren Zielen, damit das auch wirklich passieren kann. Das zeigt eine neue Umfrage von WTW. Die Unternehmen sollten sich kleinere Einzelziele setzen, rät der Berater und Makler. Die Risikomanager aus dem deutschsprachigen Raum erweisen sich in der Umfrage als Musterschüler, zeigen aber auch überraschende Defizite. So ist ihnen die Nachhaltigkeit der Lieferketten wichtiger als die Mitarbeiterbelastbarkeit.
Banken überholen Makler im Lebenvertrieb
Banken sind der wichtigste Vertriebsweg bei Lebensversicherungen. Ein Drittel des Neugeschäftsvolumen entfiel im vergangenen Jahr auf die Geldhäuser. Das geht aus einer Vertriebswege-Studie des Maklers und Beraters Willis Towers Watson hervor. Demnach verdrängen Banken Makler und Mehrfachagenten in der Gesamtbetrachtung vom ersten Platz. Insgesamt liegen die großen Vertriebswege nah beieinander.
VM-Maklerranking: Ecclesia und Aon Kopf an Kopf
Exklusiv Im Jahr 2021 hatte der Großmakler Ecclesia klar die Nase vorn: Mit 242 Mio. Euro Umsatz in der Industrieversicherung in Deutschland lagen die Detmolder deutlich vor Aon mit 210 Mio. Euro. Das ergibt die neueste Großmakleranalyse des Versicherungsmonitors. Doch 2022 könnten beide Unternehmen auf denselben Umsatz kommen. Im VM-Maklerranking finden sich viele Auf- und Absteiger unter den 21 größten Maklern des Landes. Es zeigen sich die gewaltigen Effekte der Fusionswelle und die gute wirtschaftliche Lage der meisten Häuser.














