Viele Versicherer suchen zurzeit nach konkreten Anwendungsbereichen der künstlichen Intelligenz (KI). Während die Anwendungen häufig im Service angesiedelt sind, arbeitet die Hannover Rück an einem Co-Piloten für Underwriter. Dabei geht es um viele und sensible Daten. Das bringt eine Reihe von Risiken mit sich – und die Frage, wer am Steuer sitzt.
Rückversicherer
AM Best blickt positiver auf deutschen Markt
Die Analysten von AM Best haben den Ausblick für den deutschen Nichtlebensversicherungsmarkt von negativ auf stabil gesetzt. Die Ratingagentur erwartet, dass die Preise mit der Inflation steigen und sich die Profitabilität so stabilisiert. In der Autoversicherung rechnet sie zwar mit mehr Wettbewerb, Übertreibungen dürften aber ausbleiben.
GGW und Weinhold trennen sich
Max Weinhold, führender Manager beim Makler-Konsolidierer GGW, verlässt das Unternehmen zum 1. März 2026. Weinhold war Anfang 2025 CEO von Leading Brokers United geworden, der Tochter, in der GGW alle Maklerunternehmen bündelt. Nachfolger wird Daniel Besendorfer, bis Ende 2022 CEO der Allianz Technology und seither als Berater und Invester im Fintech-Bereich unterwegs. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei der Swiss Re und im Industrieversicherungsbereich der Generali.
Sturm „Nils“ in Frankreich wird teuer
Sturm „Nils“, der in der vergangenen Woche über den französischen Südwesten gefegt ist, hat zu hohen versicherten Schäden geführt. Die Ratingagentur DBRS Morningstar hält eine Gesamtbelastung von mehr als 3 Mrd. Euro für möglich. Die Analysten loben das öffentlich-privat organisierte System der automatischen Deckung gegen Elementarschäden in Frankreich. Dadurch habe das Land eines der „umfassendsten und stabilsten Versicherungssysteme für Naturkatastrophen in Europa“.
Ergo macht Ernst mit dem Stellenabbau
Die Munich-Re-Tochter Ergo will in den nächsten fünf Jahren in Deutschland 1.000 Stellen streichen. Darauf hat sich der Düsseldorfer Versicherer mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt. Betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen sind ausgeschlossen. Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Stellen wegfallen, sollen umgeschult werden. Das Handelsblatt hatte darüber zuerst berichtet. Die Maßnahme ist Teil des Zukunftsprogramms „Ambition 2030“ der Munich Re, das Kosteneinsparungen in Höhe von 600 Mio. Euro vorsieht.
Fitch erwartet Konsolidierungswelle bei Versicherern
Die Ratingagentur Fitch erwartet eine neue Konsolidierungswelle im europäischen Versicherungsmarkt. Gebremstes organisches Wachstum, stabile Zinsen und hohe Kapitalquoten dürften demnach künftig Fusionen und Übernahmen befeuern. Besonders im Fokus stünden Spezial- und Rückversicherer sowie Lebensversicherer. Aber auch in den Bancassurance-Bereich, dem Vertrieb von Versicherungsprodukten durch Banken, kommt Bewegung, schreiben die Expertinnen und Experten in einem aktuellen Kommentar.
Munich Re: Abnehmspritzen gehören in die Risikobewertung
Die Einnahme von Medikamenten zur Gewichtsabnahme sollte bei der Risikobewertung in der Lebensversicherung berücksichtigt werden, da sie Auswirkungen auf die Mortalität haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Munich Re Life US auf Basis einer Studie in den USA. Versicherer, die das Thema ignorieren, könnten Nachteile im Wettbewerb erleiden, warnt der Rückversicherer. Elektronische Patientenakten hält er für eine gute Datenquelle.
Rätselraten um Versicherer-Beteiligung an Amprion
Mitglieder des Konsortiums M31, das die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion hält, prüfen offenbar einen Teilausstieg. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. An M31 sind Versorgungseinrichtungen der Ärzteschaft, Versicherer wie Talanx, Versicherungskammer Bayern und Swiss Life sowie der zur Munich Re zählende Vermögensverwalter Meag beteiligt. Es wäre nicht das erste Mal, dass es Bewegung im Gesellschafterkreis von Amprion gibt.
Klimaschützer mit seltenem Lob für Munich Re
Ausnahmsweise einmal Lob von der Klimaschutzinitiative Insure Our Future für die Munich Re: Die Umweltschützer begrüßen den Entschluss des Rückversicherers, keine Deckung mehr für neue LNG-Terminals zu geben, wenn es um die Erschließung neuer Gasfelder geht. Das Update ihrer Strategie hatte die Munich Re allerdings bereits zum Jahresanfang veröffentlicht – nur wenige Wochen, nachdem sie mit einem nach Meinung von Klimaschützern wenig ambitionierten Klimaplan an die Öffentlichkeit gegangen war.
MSK: Captives sind gekommen, um zu bleiben
Firmeneigene Versicherer, sogenannte Captives, werden für Unternehmen immer beliebter, um Risiken zu managen. Laut der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) gab es in den vergangenen zwei Jahren in Europa 60 Captive-Gründungen. Das Prämienvolumen steigt kontinuierlich, wenn auch langsamer als der Gesamtmarkt.
Talanx steigert Gewinn um 25 Prozent
Einmal mehr meldet die Talanx einen Rekordgewinn: Nach vorläufigen Zahlen haben die Hannoveraner 2025 einen Überschuss in Höhe von 2,48 Mrd. Euro erzielt. Dabei profitierte der Versicherer unter anderem vom Schadenverlauf im zweiten Halbjahr. Die Hurrikan-Saison war für die Branche im vergangenen Jahr deutlich glimpflicher ausgefallen als im langjährigen Durchschnitt. Für 2026 peilt Talanx einen Gewinn von rund 2,7 Mrd. Euro an.
Rückversicherer nicht belastet durch Wintersturm „Fern“
Die Ratingagentur Fitch erwartet durch den Wintersturm „Fern“ in den USA keine Auswirkungen auf die Rückversicherer. Der erwartete versicherte Schaden von bis zu 7 Mrd. Dollar (6 Mrd. Euro) sei nicht hoch genug, um die Attachment Points zu erreichen, also die Schwellenwerte, ab denen der Rückversicherer einspringt. Folgen hat der Sturm aber wohl für zahlreiche Kunden in den besonders betroffenen Gebieten, die jetzt mit höheren Prämien rechnen müssen.
BaFin will Auffangeinrichtung für Schaden- und Unfallversicherer
Die Pleite des Versicherungs-Start-ups Element führt die Finanzaufsicht BaFin zu dem Schluss, dass der Umgang mit strauchelnden Schaden- und Unfallversicherern in Deutschland nicht optimal geregelt ist. Auch für sie sollte es einen Sicherungsfonds geben, forderte Versicherungsaufseherin Julia Wiens beim SZ-Versicherungstag. Bislang gibt es hierzulande nur Auffangeinrichtungen für Lebensversicherer und private Krankenversicherer. Die Branche und die BaFin hatten sich auf internationaler Ebene bislang gegen einen Zwangs-Rettungsfonds für die Schaden- und Unfallversicherung ausgesprochen.
Hannover Rück steigert Gewinn auf 2,6 Mrd. Euro
Die Hannover Rück zeigt sich trotz rückläufiger Preise mit dem Ergebnis der Januar-Erneuerungsrunde in der Schadenrückversicherung zufrieden. In einem herausfordernden Umfeld sei es gelungen, profitabel zu wachsen, sagte Vorstandschef Clemens Jungsthöfel. Besonders stark gingen die Preise bei Naturkatastrophendeckungen zurück. Sein Gewinnziel für 2025 von 2,6 Mrd. Euro hat Hannover Rück nach vorläufigen Zahlen erreicht.














