Unternehmen investieren immer mehr in ihre Cybersicherheit, die Zahl der Angriffe steigt trotzdem weiter. Der Assekuradeur Coalition nennt das in einer aktuellen Analyse ein „Cyber-Schutz-Paradoxon“. Zumal es mit diesem Widerspruch nicht genug ist: Den steigenden Angriffszahlen stehen nämlich sinkende Schäden gegenüber. Geradlinigkeit ins Trend-Zick-Zack können die Unternehmen selbst bringen.
Versicherer
Gallagher Re: Cyber- und Sach-Rückdeckungen kombinieren
Kombinierte Cyber- und Property-Rückdeckungen können eine praktikable Lösung darstellen, um den wachsenden Bedarf an Schutz gegen extreme Cyberereignisse zu decken, glaubt der Rückversicherungsmakler Gallagher Re. In einem Whitepaper zeigt er auf, wie die Verbindung von Cyber-Tail-Risiken mit unkorrelierten Sachkatastrophenrisiken die Preise für die Zedenten verbessern und die Effizienz steigern kann. Das Papier hebt auch die wachsende Rolle der Insurance-Linked Securities (ILS) und der Cyber-Katastrophenanleihemärkte hervor.
Jungsthöfel: „Das ist ein Balanceakt“
Die Nachfrage nach Cyberversicherungen steigt, das Risiko dürfte infolge der wachsenden Bedeutung von künstlicher Intelligenz eher zunehmen, sagte der Vorstandschef der Hannover Rück Clemens Jungsthöfel auf einer Veranstaltung in Leipzig. Um eine Antwort auf die Herausforderung zu finden, seien auch alternative Lösungen nötig. Der GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen sprach in seinem Vortrag von 2026 als einem Jahr der Gesetzgebung.
Trump und die Staatsversicherung
US-Präsident Donald Trump hat seine Behörden angewiesen, für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus Kriegsrisiko-Deckungen „zu einem sehr günstigen Preis“ anzubieten. Wie das genau funktionieren soll, weiß niemand. Aber die Anweisung zeigt, dass die Regierung Trump keine Scheu davor hat, die Versicherung als politisches Mittel zu nutzen. Damit steht Trump nicht allein. Im größten Markt der Welt ist die Versicherungsbranche seit jeher ein politischer Spielball, schreibt Herbert Fromme.
Gallagher: Schiffe erhalten Versicherungsschutz über den Londoner Markt
Die Blockade der Seeschifffahrt in der Straße von Hormus hat nicht allein mit dem mangelnden Angebot an Deckungen für die Tanker zu tun, sondern insbesondere mit dem hohen Risiko einer Durchfahrt – an dem auch eine Versicherung nicht viel ändern würde. Über den Londoner Markt seien weiterhin Deckungen erhältlich, teilte der US-Makler Gallagher mit. Die Ratingagentur Morningstar DBRS sieht in einer staatlich gestützten Backstop-Lösung für die private Versicherungswirtschaft eine deutlich sinnvollere Alternative zu staatlichen Deckungen, wie sie US-Präsident Trump angekündigt hatte.
Finlex holt D&O-Experten ins Managementteam
Der Spezialmakler und Plattformanbieter Finlex baut den Bereich Management Liability aus und holt dafür mit Christian Freudner einen erfahrenen Branchenkenner ins Team. Außerdem: Der Makler Funk gewinnt einen Experten von Aon. Ein neuer Director soll die Key Account Division weiterentwickeln und die Betreuung großer Industriekunden stärken. Zudem erweitert der Berliner Maklerpool Aruna sein Vertriebsteam.
Morningstar DBRS erwartet stärkere Ausschläge bei Kreditfonds
Privatanleger, die in Panik Anteile börsennotierter Kreditfonds verkaufen, könnten den Markt für Private Credit ins Wanken bringen. Versicherer, die ebenfalls in diese Vehikel investieren, sollten wachsam sein, mahnt die Ratingagentur Morningstar DBRS. Der Fall Blue Owl zeigt, wie angespannt die Lage ist.
Eurich: „Für KI ist Bestandsmigration trivial“
Künstliche Intelligenz (KI) birgt das Potenzial, den Aufwand für die Migration von Vertragsbeständen deutlich zu senken und so aus einem Hemmschuh von Fusionen und Zusammenschlüssen in der Versicherungsbranche einen Treiber zu machen. Das sagte der der Co-Vorstandschef von Barmenia Gothaer Andreas Eurich auf einer Veranstaltung der Universität Leipzig.
KI gewinnt vor dem Policenkauf an Bedeutung
Immer mehr junge Menschen setzen bei der Suche nach einer Kfz-Versicherung auf künstliche Intelligenz. Laut einer Studie von Sirius Campus nutzt bereits jeder vierte Angehörige der Generation Z entsprechende Tools – doppelt so viele wie im Vorjahr. KI hilft nicht nur beim Tarifvergleich, sondern auch beim Verstehen von Leistungsunterschieden. Auch Vermittler entdecken die Technologie zunehmend für Beratung und Kommunikation.
KI in der Assekuranz: Der fehlende strategische Hebel
Bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) macht die Versicherungsbranche Fortschritte. Ein echter strategischer Hebel sei jedoch noch nicht zu erkennen, sagt Josef Adersberger, Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Qaware, im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor. In vielen Bereichen, zum Beispiel beim Einsatz von KI im Input-Management, sieht Adersberger noch Potenzial.
Leichte Entspannung für Lebensversicherer, aber keine Komfortzone
Seit einigen Jahren zeigt sich das Zinsniveau stabil, dennoch bleiben die Lebensversicherer bei der Deklarierung ihrer Überschussbeteiligungen vorsichtig. Insgesamt stiegen die Überschussbeteiligungen in den einzelnen Produktsegmenten leicht an, doch nicht alle Anbieter gehen mit diesem Trend mit. Das zeigt die diesjährige Studie der Ratingagentur Assekurata zu Überschüssen und Garantien. Der Grund dafür sind vorsichtige Zinsprognosen sowie die durch die Zinswende entstandenen stillen Lasten in den Kapitalanlagen. Sie wollen die meisten Versicherer zuerst abbauen, bevor sie die Überschüsse anheben.
Öltransporte: Experten blicken skeptisch auf Trump-Pläne
Die von US-Präsident Donald Trump ins Gespräch gebrachten „Versicherungsgarantien“ der USA für Öltransporte aus dem Persischen Golf, verbunden mit der Eskortierung der Schiffe durch die US-Marine, haben zwar den Ölpreis leicht gesenkt. Reeder sowie Schifffahrts- und Rohstoffexperten machen sich allerdings keine großen Hoffnungen, dass das die aktuelle Transportkrise infolge des Iran-Kriegs löst.














