Obwohl die Preise nur marginal gestiegen sind, gibt der Rückversicherer Munich Re seine zögernde Haltung auf und erhöht das Volumen in der Erneuerung zum 1. Juli kräftig. Konzernchef Joachim Wenning will die Komplexität im traditionellen Geschäft senken und gleichzeitig neue Geschäftsmodelle aufbauen, wie die Kooperation mit Bosch und Kuka und den Autoversicherer Nexible. Das Freiwilligenprogramm für die Trennung von 225 Mitarbeitern in München ist sehr erfolgreich, bisher haben 300 unterschrieben. Ergo liefert ordentliche Gewinne ab.
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Optiopay mit Millionenverlust
Das Start-up Optiopay ist bei Versicherern und Onlinehändlern beliebt. Für das Unternehmen selbst zahlen sich die vielen Kooperationen allerdings noch nicht aus, berichtet das Start-up-Magazin Gründerszene. Die Umsätze gingen im Mai und April deutlich zurück. Insgesamt machte das Start-up in den ersten fünf Monaten 2018 einen Verlust von 1,43 Mio. Euro. Ein Grund ist, dass der Hauptvertragspartner Amazon seinen Rabatt gekürzt hat. Über die Optiopay-Plattform können sich Versicherungskunden Gutscheine von Amazon und Zalando ausstellen lassen, anstatt einer direkten Schadenzahlung. Die Summe ist dabei meistens höher.
Das „leere“ Ölfass
Meinung am Mittwoch Wer als Entscheider glaubt, dass sich betriebliche Risiken schnell mal nebenbei managen lassen, der irrt gewaltig. Ein ganzheitliches strategisches Risikomanagementsystem aufzubauen, ist harte Arbeit und bedarf der funktionsübergreifenden Zusammenarbeit, dem Streben nach einer durchgängigen Risikokultur und der Unterstützung adäquater Sparringspartner. Denn häufig sind es alltägliche Angelegenheiten und falsche subjektive Einschätzungen, die großen Schaden anrichten können. Die meisten Unternehmen sind heute umfangreich gegen die Folgen eines Sturmschadens, einer Überschwemmung oder eines Rückrufs vorbereitet und abgesichert. Aber nicht selten ist es dann gerade eine kleine Unachtsamkeit, die das Unternehmen in eine tiefe Krise stürzt.
HUK-App mit Verwechslungsgefahr
Die HUK-Coburg kommt mit einer neuen Gesundheits-App auf den Markt. Bei der Namenswahl hat sie allerdings wenig Fingerspitzengefühl bewiesen. Die App heißt „Meine Gesundheit“ und damit genauso wie das von Axa und Compugroup entwickelte Gesundheitsportal, an dem auch Debeka und Versicherungskammer Bayern beteiligt sind. Eine elektronische Gesundheitsakte haben die Coburger noch nicht im Angebot. Dafür bieten sie den vollversicherten Kunden der HUK-Coburg Kranken jetzt eine Online-Sprechstunde per Video oder Live-Chat. Dort erhalten die Versicherten Tipps und Beratung, aber keine Diagnosen.
Euler Hermes warnt vor Schifffahrtskrise
Kreditversicherer beobachten die Lage einzelner Branchen und Unternehmen ganz genau. Das Ausfallrisiko von Unternehmen zu bewerten, gehört zu ihrem Geschäftsmodell. Jetzt hat der Kreditversicherer Euler Hermes vor einer Krise in der Schifffahrt gewarnt. Die Branche sei hoch verschuldet und stehe unter hohem Modernisierungsdruck. Auch in der Papier- und Textilindustrie seien die Risiken hoch, schreibt Euler Hermes in einer aktuellen Studie.
BdV fordert Provisionsdeckel von 1,5 Prozent
Der Bund der Versicherten (BdV) fordert einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung in Höhe von 1,5 Prozent. Bei dieser Höhe seien die Abschlussprovisionen immer noch höher als vor 20 Jahren während die Versicherungsbranche in anderen Bereichen seitdem deutliche Einsparungen und Effizienzsteigerungen umgesetzt habe, argumentiert der Verband. Damit schaltet sich der BdV in die Diskussion um eine Obergrenze der Provisionen ein, die seit dem Bericht des Finanzministeriums zur Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes im Gange ist. Das Ministerium hat im Bericht einen Provisionsdeckel in Aussicht gestellt, allerdings ohne Angabe einer Höhe.
Geplante IDD-Umsetzung benachteiligt Fernabsatz
The Long View – Der Hintergrund Der Regierungsentwurf der Verordnung zur Umsetzung der Vermittlerrichtlinie IDD überrascht mit einer deutlichen Verschärfung beim Fernabsatz von Versicherungen. Im bisherigen Referentenentwurf war beim reinen Telefonvertrieb geregelt, dass der Vermittler die Angaben zu seiner Person und seiner Tätigkeit dem Kunden erst unmittelbar nach Abschluss des Versicherungsvertrags mitteilen muss. Laut dem Regierungsentwurf soll das jetzt unmittelbar nach dem ersten Geschäftskontakt stattfinden. Das würde den Telefonvertrieb ganz erheblich erschweren. Eine Begründung für die Verschärfung hat der Gesetzgeber nicht gegeben. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um eine versehentliche Änderung handelt, die so gar nicht gewollt […]
IT-Ausfälle bei der Allianz verärgern Vertreter
Die IT-Anbindung der Allianz-Vertreter zu den konzerneigenen Systemen war in den vergangenen Wochen schwer gestört. Mehrere Tage konnten viele Vermittler nicht auf Daten zugreifen. Verdienstausfälle waren die Folge. Andreas Nolte, Chief Information Officer der Allianz Deutschland, gibt in einer bemerkenswert klaren Selbstkritik fehlerhafte Vorbereitungen von Systemanpassungen sowie Fehleinschätzungen zu. Die Vermittler verlangen eine finanzielle Entschädigung, dazu will sich der Konzern nicht äußern.
Berkshire verdient gut mit Versicherungen
Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr kräftig gesteigert. Unter dem Strich machte die von Investorenlegende Warren Buffett geführte Gruppe einen Gewinn in Höhe von 10,9 Mrd. Dollar nach 8,3 Mrd. Dollar im Vorjahr. Gewinntreiber war unter anderem das Versicherungsgeschäft, vor allem der US-Autoversicherer Geico. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte der Versicherungsbereich noch rote Zahlen geliefert.
Paradigmenwechsel ohne Folgen
Legal Eye – Die Rechtskolumne Im Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen könnte sich ein Paradigmenwechsel ankündigen. Der Wettbewerbssenat des Bundesgerichtshofs hatte zuletzt nach der Verwendung von unwirksamen AVB einen Folgenbeseitigungsanspruch zugesprochen, anstatt wie üblich nur ein Unterlassen. Dabei stellt sich allerdings die Frage, worauf sich ein solcher Anspruch nach Verwendung von unwirksamen Klauseln richten kann. Außerdem könnte ihn allenfalls ein Wettbewerber des betroffenen Versicherers geltend machen. In der Praxis dürften die Auswirkungen des Urteils daher überschaubar bleiben.
Torsten Oletzky berät Berater Crossconsulting
Leute – Aktuelle Personalien Der frühere Ergo-Chef Torsten Oletzky wird künftig die Unternehmensberatung Crossconsulting unterstützen, neben seiner Position als Professor an der TH Köln. Dort hat Oletzky eine halbe Stelle. Crossconsulting gehört dem Unternehmer Sven Sixt. Er leitet die Sixt Management Holding und ist seit Langem auch Mitglied des Aufsichtsrats der Dieter von Holtzbrinck Medien, der unter anderem das Handelsblatt gehört. Sixt will die Beratung im Bereich Versicherungen ausbauen und hat dafür den einstigen McKinsey-Berater Oletzky gewonnen.
Elektrobus in Mainz
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Halbjahreszahlen von Munich Re, Hannover Rück, Zurich und MLP sowie der selbstfahrende Bus der R+V.
Die PKV bleibt stabil, urteilt Morgen & Morgen
Unter den privaten Krankenversicherern (PKV) gibt es bei den Bilanzkennzahlen eine große Bandbreite. Im aktuellen PKV-Rating bewertet das Analysehaus Morgen & Morgen fünf von 30 untersuchten Unternehmen mit „ausgezeichnet“ und acht mit „sehr gut“. Dagegen schneiden vier „sehr schwach“ ab und acht „schwach“. Geprüft wurden die Aspekte Kosten, Solidität und Wachstum in den Jahren 2013 bis 2017. Trotz des anhaltenden Drucks durch die Niedrigzinsen hat sich die Branche gut geschlagen, der Markt ist stabil, findet Morgen & Morgen.
Warum Investoren den Run-off lieben
Herbert Frommes Kolumne Die Swiss Re will ihren Run-off-Spezialisten an die Börse bringen. Das ist wirklich smart, denn für Run-off-Bestände zahlen die Kapitalmärkte im Moment hohe Zuschläge. Das zeigt auch der Plan des US-Investors Carlyle, der zusammen mit AIG einen globalen Run-off-Spezialisten bauen will. Der britische Investor Cinven zahlt fast eine Milliarde für die vergleichsweise kleine Axa Life Europe. Run-off-Deals sind beliebt – während die Aktien der Versicherer nur gut laufen, wenn die Gesellschaften hohe Dividenden und Aktienrückkäufe anbieten. Was macht den Run-off so attraktiv für die Käufer?
Allianz will Evolution, nicht Revolution
Allianz-Chef Oliver Bäte wird bei der Vorstellung der neuen Unternehmensstrategie im November nichts Revolutionäres mitteilen, sondern die jetzt schon eingeschlagene Strategie evolutionär weiterentwickeln. Dazu gehört der Aufbau des geplanten europaweiten Direktversicherers. Das sagte Finanzchef Giulio Terzariol (Bild) bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen. Mit ihnen ist das Unternehmen zufrieden, für das volle Jahr kann sich Terzariol einen operativen Gewinn am oberen Rand der Erwartungsspanne von 10,6 Mrd. Euro bis 11,6 Mrd. Euro vorstellen. Im Ausland bleibt der externe Run-off eine Option für die Allianz.














