Der Versicherer Talanx hat seine Prämieneinnahmen und sein operatives Ergebnis im ersten Halbjahr gesteigert, der Gewinn fiel wegen einer höheren Steuerlast aber geringer aus. Das lag auch an der US-Steuerreform. Vorstandschef Torsten Leue kündigte eine deftige Preiserhöhung für die deutsche Industrieversicherung an, die weiter unter hohen Feuerschäden leidet. Beim Umbau des Geschäfts mit deutschen Privat- und Firmenkunden sieht sich Talanx weiter als geplant, im Ausland legt der Konzern wie gewollt weiter zu. Leue bestätigte das Gewinnziel für 2018 von rund 850 Mio. Euro.
Archiv ‘Industrieversicherung’
Das „leere“ Ölfass
Meinung am Mittwoch Wer als Entscheider glaubt, dass sich betriebliche Risiken schnell mal nebenbei managen lassen, der irrt gewaltig. Ein ganzheitliches strategisches Risikomanagementsystem aufzubauen, ist harte Arbeit und bedarf der funktionsübergreifenden Zusammenarbeit, dem Streben nach einer durchgängigen Risikokultur und der Unterstützung adäquater Sparringspartner. Denn häufig sind es alltägliche Angelegenheiten und falsche subjektive Einschätzungen, die großen Schaden anrichten können. Die meisten Unternehmen sind heute umfangreich gegen die Folgen eines Sturmschadens, einer Überschwemmung oder eines Rückrufs vorbereitet und abgesichert. Aber nicht selten ist es dann gerade eine kleine Unachtsamkeit, die das Unternehmen in eine tiefe Krise stürzt.
Berkshire verdient gut mit Versicherungen
Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr kräftig gesteigert. Unter dem Strich machte die von Investorenlegende Warren Buffett geführte Gruppe einen Gewinn in Höhe von 10,9 Mrd. Dollar nach 8,3 Mrd. Dollar im Vorjahr. Gewinntreiber war unter anderem das Versicherungsgeschäft, vor allem der US-Autoversicherer Geico. Im Vergleichszeitraum 2017 hatte der Versicherungsbereich noch rote Zahlen geliefert.
Swiss Re will Run-off-Plattform an die Börse bringen
Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re will die Anteile an seiner Plattform für geschlossene Lebensversicherungsbestände in Großbritannien weiter reduzieren. Im vergangenen Jahr hatte der japanische Versicherer MS&AD Insurance Group bereits 5 Prozent erworben, jetzt erwägt Swiss Re für 2019 einen Börsengang des Unternehmens, will aber Minderheitseigner bleiben, sagte Konzernchef Christian Mumenthaler anlässlich der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen. Der Gewinn des Rückversicherers ging in den ersten sechs Monaten zurück – eine Folge von Änderungen beim Rechnungslegungsstandard US-GAAP, so Swiss Re.
Gregor Köhler und Berkshire trennen sich
Leute – Aktuelle Personalien Gregor Köhler, einer der bekanntesten Manager in der deutschen Industrieversicherung, verlässt seinen Arbeitgeber Berkshire Hathaway zum 1. August. Köhler und das Unternehmen bestätigten Informationen des Versicherungsmonitors. Köhler habe um Aufhebung seines Vertrags gebeten, hieß es bei dem Unternehmen lediglich. Er selbst wollte zu dem Vorgang nicht weiter Stellung nehmen. Köhler verlässt nicht nur den Chefposten in der Düsseldorfer Niederlassung, sondern auch seine Board-Mitgliedschaft in der britischen Gesellschaft des Konzerns.
Atradius erwartet Insolvenzen bei Elektronikfirmen
Der Unterhaltungs- und Elektronikmarkt ist hart umkämpft, ständig kommen neue Modelle und Produkte auf den Markt. Groß- und Einzelhändler müssen Ware schnell wieder loswerden und senken deshalb die Preise. Das sorgt vor allem bei kleinen und mittleren Firmen für Liquiditätsengpässe, schreibt der Kreditversicherer Atradius. In den vergangen sechs Monaten sei die Zahl der Insolvenzen und der verspäteten Zahlungen an Lieferanten gestiegen. Dieser Trend werde sich auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen. Auch sogenannte Umsatzsteuerkarusselle sorgen vermehrt für Firmenpleiten.
Firmenversicherung: Cyber wächst am schnellsten
Die Cyberversicherung bleibt die weltweit am schnellsten wachsende Sparte in der Gewerbe- und Industrieversicherung. Das Beratungshaus Finaccord prognostiziert in einer aktuellen Studie, dass die Sparte in den kommenden Jahren um mehr als 30 Prozent wachsen könnte. Das Volumen des Cybermarktes sei schwer zu beziffern, unter anderem weil es neben den eigenständigen Deckungen zahlreiche Paketlösungen im Markt gibt. Insgesamt kamen die Gewerbe- und Industrieversicherer in der Schadenversicherung laut Finaccord im vergangenen Jahr auf ein Prämienvolumen von 730 Mrd. Dollar. Am meisten Prämie floss für Haftpflichtdeckungen. Den meisten Versicherungsschutz kauften produzierende Unternehmen ein.
Neues Versicherungskonzept für Satelliten benötigt
Zahlreiche Satelliten umkreisen den Globus, vor allem auf der erdnahen Umlaufbahn sind immer mehr Flugkörper unterwegs. Ihre Zahl wird sich in den nächsten zehn Jahren nochmals vervielfachen, zeigt eine Studie des Industrieversicherers Swiss Re Corporate Solutions. Oftmals setzen Privatfirmen Konstellationen von hunderten bis tausenden kleinerer Satelliten in einer Mission ein. Dadurch steigt das Risiko von Kollisionen. Das stellt die Versicherer der Satelliten vor Herausforderungen, warnt der Industrieversicherer. Sie müssten neue Lösungen entwickeln.
Axa stellt Industriegeschäft neu auf
Axa-Chef Thomas Buberl war am Mittwoch in Hongkong und besuchte die dortigen Axa-Gesellschaften. Aber er ließ es sich nicht nehmen, den Sieg der französischen Fußball-Nationalmannschaft über Belgien in einem Tweet und auf Linkedin ausführlich zu loben. Die geheime Zutat zum Sieg sei Vertrauen, so Buberl, und lässt sich dann über Markenstrategie aus. Quasi nebenbei bestätigte die Axa per Pressemitteilung die bereits im März angekündigte neue Aufstellung des um die XL erweiterten Konzerns.
Wachsam bleiben
Meinung am Mittwoch Der Protektionismus ist auf die Weltbühne zurückgekehrt. Mit unüberschaubaren Konsequenzen für Unternehmen. Wer heute auf dem internationalem Parkett Geschäft betreibt, muss die Lage weltweit kontinuierlich beobachten und stärker in die politische Risikoanalyse investieren. Am Ende bleibt die Frage: Was ist eigentlich noch alles vorstellbar?
Flottenversicherung: Nahezu gleicher Schadenaufwand
In der Flottenversicherung nahm im vergangenen Jahr die Zahl der Vollkaskoschäden zu, die durch mangelnde Fahrzeugkontrolle oder fehlende Aufmerksamkeit des Fahrers entstanden. Als Kostentreiber bei Reparaturen erwiesen sich auch die Assistenzsysteme. Bei gewerblich genutzten Kfz betrug der durchschnittliche Teilkaskoschaden 214 Euro, in der Vollkaskoversicherung waren es 679 Euro. Das zeigt eine Auswertung von über 50.000 Schäden durch den Leasing- und Fuhrparkmanagement-Spezialisten Lease Plan Deutschland. Bei vielen Schadenarten registrierte das Unternehmen rückläufige Frequenzen, aber steigende Schadenhöhen. Am teuersten kamen die Versicherer gestohlene Autos, gefolgt von Brandschäden.
Munich Re tut sich mit Kuka und Porsche zusammen
Der Rückversicherer Munich Re, Roboterbauer Kuka und die Porsche-Beratungstochter MHP wollen zusammen neue Lösungen für die industrielle Produktion der Zukunft anbieten. Unternehmen sollen Anlagen ganz oder teilweise als Serviceleistung nutzen können. Kuka stellt die Roboter, die Auto-affine MHP koordiniert das Projekt und Munich Re liefert Finanzierung, Risikobeurteilung, Schadenerfahrung und Versicherung. Eine Testanlage, mit der die drei Firmen ihr System verkaufen wollen, haben sie am Mittwochabend in München eröffnet.










