Der Finanzplatz London ist in weiten Teilen immer noch ein „Old Boys Club“. Männer, vor allem Führungskräfte, mussten bei sexueller Belästigung und Diskriminierung bislang selten ernsthafte Konsequenzen fürchten. Die britische Finanzaufsicht FCA will das Problem jetzt mit Nachdruck angehen und hat mehr als 1.000 Finanzdienstleister dazu aufgefordert, darüber zu berichten, wie viele Vorfälle dieser Art sie seit 2021 verzeichnet haben und wie sie damit umgegangen sind. Vor allem bei Lloyd’s sehen die Aufseher noch viel Handlungsbedarf.
Archiv ‘London’
Permira steigt bei Warweg ein
Exklusiv Der Londoner Investor Permira steigt nach Informationen des Versicherungsmonitors bei der von Tobias Warweg gegründeten GGW Group ein. GGW und Permira wollten nicht Stellung nehmen. In dem Deal wird GGW mit annähernd 2 Mrd. Euro bewertet. Der bisherige Hauptinvestor HG Capital bleibt an Bord, auch das Management ist weiter beteiligt. Permira ist auch Investor beim deutschen Immobilienspezialisten Engel & Völkers.
Mehr Versicherungsschutz für die Ukraine
Auf der Londoner Konferenz der Geberländer für den Wiederaufbau der Ukraine wollen auch Versicherer und Makler nicht abseitsstehen – und haben Projekte vorgestellt, die mehr Versicherungsschutz für Investitionen in das kriegsversehrte Land ermöglichen sollen. Während Marsh einen Plan für einen staatlich-privaten Pool für Kriegsrisiken entwickelt hat, wollen Konkurrent Aon und Lloyd’s mehr Rückversicherungskapazitäten für Produktions- und Baurisiken organisieren.
Tesla macht in Europa Tempo bei Versicherungen
Die Entscheidung des Autobauers Tesla, in den USA Kfz-Policen ohne Kooperation mit Versicherern auf den Markt zu bringen, hat auch die europäischen Versicherer aufhorchen lassen. Die Schritte, die Tesla in Großbritannien derzeit unternimmt, dürften den Druck nochmals erhöhen: Tesla hat bei dem mit dem deutschen Handelsregister vergleichbaren Companies House Unterlagen eingereicht, um in London eine britische Niederlassung seiner in Malta ansässigen europäischen Versicherungsgesellschaft Tesla Insurance aufzubauen. Auch Mitarbeiter sucht das Unternehmen schon.
Damm-Unglück: Milliardenklage zugelassen
Der anglo-australische Bergwerksgigant BHP muss sich doch vor Gericht in London wegen des tödlichen Damm-Unglücks im Jahr 2015 verantworten. Das britische Berufungsgericht Court of Appeal hat die Klage nach jahrelangem juristischen Tauziehen jetzt zugelassen. BHP will prüfen, ob es dagegen Rechtsmittel einlegen wird. Das Londoner Verfahren dürfte deutlich teurer werden als die parallel stattfindenden Prozesse in Brasilien. Zu den Versicherern von BHP soll die Allianz gehören.
Buchkritik: Der Fall Peter B.
Eduard Fels, lange Jahre erfolgreicher Rückversicherer, hat im Ruhestand einen Roman geschrieben. „Der Fall Peter B. und die Folgen“ ist ein lesenswerter Krimi über die Branche, der sehr intelligent mit dem Konzept des Buchs im Buch spielt. Wer sich nicht auskennt, wird gut unterhalten, wer sich auskennt, erkennt den einen oder anderen Protagonisten wieder. Allerdings wünscht man sich, dass Fels den eigentlich sehr cleveren Plot seines Buches liebevoller ausgeführt hätte.
Lloyd‘s Accelerator geht in die siebte Runde
Der Versicherungsmarkt Lloyd‘s of London startet die siebte Runde seines hauseigenen Accelerator-Programms. Für elf Start-ups aus Großbritannien, den USA, Portugal, Finnland und Singapur geht es am 6. September los. Zehn Wochen lang sollen sie gemeinsam mit Experten aus den Lloyd’s-Syndikaten an ihren Zukunftsideen für die Versicherungswelt arbeiten. Die Schwerpunkte liegen in diesem Jahr auf Datenmanagement, Kryptowährungen und Schadenbearbeitung.
Lloyd’s droht schlechten Syndikaten
Vorstandsgespräche, Drei-Jahres-Pläne, verpflichtende Meilensteine – Der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s erhöht den Druck auf die Syndikate, die trotz der steigenden Preise in der Industrieversicherung seit Jahren schlechte Ergebnisse abliefern. Patrick Tiernan, Chief of Markets bei Lloyd’s mahnte bei einer virtuellen Veranstaltung „dynamische Verbesserungen auf der Underwriting-Seite“ an. Sonst müsse man sich mit diesen Syndikaten über ihre Zukunft im Londoner Versicherungsmarkt unterhalten.
MRH Trowe holt frisches Geld in London
Exklusiv Die Maklergruppe MRH Trowe hat sich mehr als 50 Mio. Euro an frischem Kapital bei einem Private-Equity-Unternehmen besorgt, um die Expansion der kommenden Jahre zu finanzieren. Das Unternehmen bestätigte im Grundsatz entsprechende Informationen des Versicherungsmonitors. Der Geldgeber hat dafür eine Minderheit an dem deutschen Makler übernommen. Das Unternehmen will in fünf Jahren den Umsatz mindestens verdoppeln, wie schon in den vergangenen fünf Jahren. Gerade hat es den Makler Schwardt in Düsseldorf gekauft.
Munich Re verliert Insurtech-Experten
Leute – Aktuelle Personalien Der Rückversicherer Munich Re baut die Organisation seiner auf Insurtech-Partnerschaften spezialisierten Tochter Digital Partners um. Der unmittelbare Auslöser ist der Weggang von Andrew Rear. Er verabschiedet sich im kommenden Frühjahr nach fünf Jahren an der Spitze der Gesellschaft, um sich neuen Aufgaben zu stellen. Außerdem: Der Schadenregulierer Regu24 baut sein Führungsteam um, das Insurtech Helden.de hat einen neuen Marketingchef, der Makler Howden holt eine Financial Lines-Expertin, und der Spezial- und Rückversicherungsmakler Howden Specialty hat eine Chefin für sein neues Team für den Bereich erneuerbare Energie ernannt.
Britische Versicherungsbranche fürchtet um Ansehen
Seit Wochen ist eine Reihe von britischen Versicherern ausschließlich mit ihrer Weigerung, bei Betriebsunterbrechung zu zahlen, in den Schlagzeilen. Jetzt drohen erste Sammelklagen. Branchenvertreter mahnen, dass die Gesellschaften zumindest ihre Kommunikation anpassen sollten, um nicht ihre Reputation in Gefahr zu bringen.










