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Geldbußendeckung: Umstritten, aber gefragt

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Unternehmen sehen sich immer stärkeren Compliance-Risiken gegenüber. Vor diesem Hintergrund wächst das Interesse an Deckungskonzepten zur Versicherung von Geldbußen, schreibt Dan Schilbach, Counsel bei der Kanzlei Clyde & Co. Die Versicherbarkeit von Geldbußen ist allerdings umstritten und auch durch die Rechtsprechung noch nicht geklärt. Das hat Auswirkungen auf die Gestaltung entsprechender Versicherungsbedingungen.

Hybride Kriegsführung: Wann greift der Kriegsausschluss bei Cyberangriffen?

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Cyberangriffe gehören zur Realität wirtschaftlicher Risiken. Staaten und staatlich unterstützte Akteure nutzen digitale Angriffe, um strategische Ziele zu verfolgen, politische Gegner zu schwächen und kritische Infrastruktur sowie Industrieunternehmen zu stören. Cyberpolicen reichen nicht immer aus, um mit einer Cyberattacke verbundene Vermögensschäden abzusichern, schreibt Anna-Catharina von Girsewald von der Kanzlei Oppenhoff & Partner. Daher stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen Cyberangriffe unter den Kriegsausschluss fallen und somit der Versicherungsschutz ausgeschlossen ist.

Zwischen den (Rechts-)Welten

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Internationale tätige Unternehmen müssen sich mit verschiedenen rechtlichen Umgebungen auseinandersetzen. Die Schwierigkeiten liegen auf der Hand: Was in dem einen Staat als normaler Umgang unter Geschäftsleuten angesehen wird, kann in dem anderen Land Korruptionsvorwürfe begründen. Probleme können dabei nicht nur an den geopolitischen Bruchlinien durch Sanktionen und Gegensanktionen entstehen, schreibt Sören Rettig, Geschäftsführer und COO des D&O-Spezialisten VOV. Das zeigt der Fall eines französischen Cloudanbieters in Kanada.

NIS-2-Umsetzungsgesetz: Chefsache Cybersicherheit

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Vor kurzem ist mit einiger Verzögerung das NIS-2-Umsetzungsgesetz in Kraft getreten. Es erhöht die Anforderungen an die Cybersicherheit der Bundesverwaltung und postuliert vor allem eine Vielzahl neuer Pflichten für bestimmte als „wichtig“ beziehungsweise „besonders wichtig“ eingestufte Unternehmen, erläutert Rechtsanwalt Jörg Heilmann von der Segger Rechtsanwaltsgesellschaft.

Wann Versicherungsmakler für eine Unterversicherung haften

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Versicherungsmakler sollten besonders sorgfältig bei der Ermittlung des Versicherungsbedarfs und der regelmäßigen Überprüfung der Versicherungssummen vorgehen, insbesondere in Zeiten steigender Baupreise und Inflation. Ansonsten laufen sie Gefahr, für eine Unterversicherung haftbar gemacht zu werden, wie ein aktueller Beschluss des Landgerichts Essen zeigt. Es ist auch Schnelligkeit bei der Beratung gefragt, schreibt Rechtsanwalt Stefan Steinkühler.

NIS-2 & Cyber: Zwischen Regulierungsdruck und weichem Markt

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Das am 13. November 2025 vom Bundestag verabschiedete NIS-2-Umsetzungsgesetz novelliert das BSI-Gesetz und bringt damit verschärfte Vorgaben zum Cyber-Risikomanagement mit sich. Diese werden sich auch auf die Cyber- und die D&O-Versicherung auswirken – in einer Zeit, in der infolge des intensiven Wettbewerbs in Teilen des Marktes Zeichnungsstandards und Preise eher sinken, schreibt Dan Schilbach von der Kanzlei Clyde & Co.

Sanktionsklauseln: Versicherer zwischen Rechtspflichten und globalen Sanktionen

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Sanktionen sind angesichts politischer Unsicherheiten, ständig aktualisierter Sanktionslisten und globaler Konflikte zu einem Risikofaktor für die Versicherungswirtschaft geworden. Sanktionsklauseln in Versicherungsverträgen sollen Versicherer davor schützen, durch die Zahlung von Versicherungsleistungen an sanktionierte Personen, Unternehmen oder für sanktionierte Güter unbeabsichtigt gegen nationale oder internationale Sanktionsvorschriften zu verstoßen. In der Praxis erweist sich die rechtssichere Gestaltung der Klauseln als anspruchsvoll, da häufig unklar bleibt, in welchen Fällen und mit welchen Rechtsfolgen sie tatsächlich greifen.

SMCs: Der falsche Weg in die richtige Richtung

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Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas will die EU unter anderem den Mittelstand von regulatorischen Lasten befreien und führt dazu eine neue Unternehmensklasse ein, die sogenannten Small Mid-Cap Companies (SMCs). Für die betroffenen Unternehmen ist das grundsätzlich eine gute Nachricht. Um ihnen allerdings kurzfristig eine schneller spürbare regulatorische Erleichterung zugutekommen zu lassen, wäre eine andere Vorgehensweise sinnvoller gewesen.

BGH schafft mehr Klarheit bei Vergleichssperrfrist

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Das kürzlich ergangene Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zur organhaftungsrechtlichen Aufarbeitung des Dieselskandals hat viel Aufmerksamkeit erhalten. Weniger Beachtung haben bislang hingegen die klarstellenden Ausführungen des BGH zur gesetzlichen Sperrfrist von drei Jahren gefunden, die in der Unternehmenspraxis die Möglichkeit einvernehmlicher Erledigungen von Organhaftungs- und damit korrespondierender D&O-Deckungsansprüche erheblich beeinflusst.

„Kardinalpflichtverletzung“ – bald Klarheit durch den BGH?

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In der D&O-Regulierungspraxis ist zu beobachten, dass Versicherer immer häufiger den Einwand der wissentlichen Pflichtverletzung mit Verweis auf eine angebliche „Kardinalpflichtverletzung“ erheben, um Deckung zu verweigern. Bei dem Thema besteht Handlungsbedarf bei den Versicherungsbedingungen. Dass der Bundesgerichtshof (BGH) zu Kardinalpflichten in Insolvenzverfahren im November verhandeln wird, ist zu begrüßen.

E-Mail-Betrug – (k)ein Fall für die Cyberversicherung?

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Fälle von Business-E-Mail-Compromise (BEC), in denen Angreifer sich Zugang zu geschäftlichen E-Mail-Konten verschaffen oder deren Identität nachahmen, um betrügerische Transaktionen auszulösen, können von marktüblichen Cyberpolicen abgedeckt sein. Allerdings hängt das stark vom Einzelfall ab. Grundsätzlich lassen sich drei Fallgruppen unterscheiden.

Wie geopolitische Risiken versicherbar bleiben

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Die Absicherung von geopolitischen Risiken durch War-Risk-Policen wird immer wichtiger, wie nicht zuletzt die Beschlagnahme von geleasten Flugzeugen durch Russland und die Gerichtsurteile dazu gezeigt haben. Die Versicherungsbranche steht vor der Herausforderung, innovative Lösungen zu entwickeln, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Klare Vertragsklauseln und eine präzise Risikobewertung sind entscheidend, um die Versicherbarkeit geopolitischer Risiken auch in Zukunft sicherzustellen.

BGH-Urteil zu VW: Vergleich und Schluss?

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Die Entscheidung des BGH, den Zustimmungsbeschluss der VW-Hauptversammlung zu dem Deckungsvergleich mit den D&O-Versicherern im Kontext des Dieselskandals für nichtig zu erklären, zeigt, welche Auswirkungen fehlende Transparenz haben kann. Für die D&O-Versicherung entsteht ein erhöhtes Maß an Unsicherheit bei zustimmungsbedürftigen Vergleichen, was zu einem erhöhten versicherungstechnischen Aufwand führen dürfte. Außerdem müssen bestehende und künftige versicherungstechnische Rückstellungen neu austariert werden, wenn ein Vorgang nicht als abgeschlossen angesehen werden kann.

Umstandsmeldung und Risikoausschluss in der D&O

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Zurzeit laufen wieder die jährlichen Verlängerungsverhandlungen zwischen den Versicherern und den Unternehmen über D&O-Versicherungen. Dabei prüfen die Versicherer auch die aktuelle Risikosituation der Unternehmen und ihrer Führungskräfte. Was aber passiert, wenn der Versicherer dabei auf potenziell (organ-)haftungsrelevante Informationen stößt, zum Beispiel in Medienberichten zu behördlichen Verfahren gegen das Unternehmen oder dessen Manager?

In eigener Sache: Das sind unsere neuen Kolumnisten

Der Versicherungsmonitor begrüßt zum Oktober 2025 neue Kolumnisten. In der Rubrik „Legal Eye“ dürfen sich unsere Leser auf spannende Beiträge von Jörg Heilmann, Sören Rettig, Anna-Catharina von Girsewald, Dan Schilbach und Stefan Steinkühler freuen. Für die „Meinung am Mittwoch“ schreiben demnächst Simon Moser, Tina Baacke, Ralph Rockel und Eric Bussert. Wir danken unseren bisherigen Kolumnisten sehr herzlich für ihre Arbeit.

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