Nach der Verabschiedung des Gesetzentwurfs für eine Reform der privaten Altersvorsorge durch das Kabinett ist als Nächstes der Bundestag am Zug. Die Erwartungen an die Pläne sind groß, zeigte eine hochrangig besetzte Diskussionsrunde von Experten aus Politik und Wirtschaft in Berlin. Finanzexperten von CDU und SPD haben noch Gesprächsbedarf in einzelnen Punkten, sehen aber eine gute Vorlage. Vertreter der Finanzbranche äußern sich ähnlich und loben das Vorhaben.
Aufsicht & Regeln
BaFin nimmt Kreditrisiken der Versicherer in den Blick
Die Finanzaufsicht BaFin will die Kreditrisiken der Versicherer intensiv überwachen. Die Unternehmen hätten bei Kapitalanlagen in alternative Anlageklassen viele Freiheiten, sagte Behördenchef Mark Branson bei der Vorstellung des Berichts „Risiken im Fokus“. „Wir müssen wissen, wie die Versicherer diese Freiheit nutzen.“ Erstmals analysiert die BaFin auch drei Risiken, die Verbraucher betreffen, darunter die Kosten von kapitalbildenden Lebensversicherungen. Auch hohe Provisionen sieht sie kritisch.
Nach der ESG-Regulierung kommen die ESG-Klagen
Nachdem Berichtspflichten, gesetzliche und regularische Vorgaben zu ESG-Aspekten (Environment, Social, Governance) inzwischen gang und gäbe sind, ist die Aufregung darüber etwas abgeebbt. Versicherer und ihre Kunden haben Routine bekommen. Doch nun folgt laut der Spezialkanzlei Clyde & Co die nächste Herausforderung: zunehmende Klagen aus dem ESG-Bereich. Deutschland könnte dabei ein neuer Hotspot werden.
EuGH-Urteil regelt Aufsicht über europaweit tätige Versicherer
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) muss aktuell einige Fragestellungen zu Solvency II klären. Am Donnerstag hat das Gericht eine erste Entscheidung getroffen, die mehr Klarheit über die Aufsicht von Versicherern bringt, die in mehreren EU-Ländern tätig sind. Das Urteil weitet unter anderem den Anwendungsbereich von Teilen der Solvency-II-Richtlinie auf die Anlegerinformations-Verordnung PRIIP und die Vermittlerrichtlinie IDD aus. Zudem stellt es klar, welche Aufsichtsbehörden Geldbußen verhängen können.
Wegen Trump: Unternehmen wollen Kapital aus den USA abziehen
Die eigenwillige Politik des US-Präsidenten Donald Trump erreicht erneut die Kapitalmärkte. Der dänische Pensionsfonds Akademiker Pension hat bekannt gegeben, sich von US-Staatsanleihen im Wert von rund 100 Mio. Dollar (85 Mio. Euro) trennen zu wollen. Die Investmentgesellschaft Pimco, eine Tochter der Allianz, will ebenfalls Kapital aus den USA abziehen. Chief Investment Officer Daniel Ivascyn macht keinen Hehl daraus, dass die wechselhaften Maßnahmen Trumps dabei eine Rolle spielen. Andere Versicherer halten sich dagegen lieber bedeckt, was die Zukunft ihrer US-Investments angeht.
Eiopa will Europa bis 2030 widerstandsfähig machen
Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa blickt mit Sorge auf die zunehmenden geopolitischen Spannungen, wirtschaftliche Instabilität und ökologischen Herausforderungen der aktuellen Zeit. Aus diesem Grund hat sie sich neue Ziele gesetzt, die sie bis 2030 verfolgen wird. Sie will den europäischen Binnenmarkt stärken und die Resilienz der Gesellschaften gegenüber Risiken wie Naturkatastrophen und Cyberbedrohungen unterstützen. Auch das eigene Vorgehen bei der Regulierung soll moderner werden.
MSG nutzt die neue EU-Cloud von AWS
Die MSG-Gruppe hat pünktlich zur Inbetriebnahme der AWS European Sovereign Cloud in Potsdam bekanntgegeben, dass ihre Angebote künftig auch über die Plattform von Amazon Web Services (AWS) erhältlich sind. Neben Softwarelösungen bietet MSG dort auch seinen Rechtsassistenten MSG Codiq an. Die europäische Cloud soll ein von den USA unabhängiges System sein, auch wenn der Anbieter AWS aus den Vereinigten Staaten kommt.
Geoökonomische Konfrontation ist Top-Risiko
Die Gefahr einer geoökonomischen Konfrontation ist derzeit das weltweit größte Risiko, auf längere Sicht stellen dagegen Extremwetterereignisse die größte Gefahr da. Das ist das Ergebnis des aktuellen globalen Risikoberichts des Weltwirtschaftsforums, für das Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft befragt wurden. Das dominierende Thema des diesjährigen Berichts sei Unsicherheit in einer Welt, in der etablierte Formen der Kooperation infrage gestellt werden.
MSK: Unternehmensspezifische Parameter gewinnen an Attraktivität
Sogenannte unternehmensspezifische Parameter, die für Versicherer bei der Ermittlung ihrer Kapitalanforderungen nach Solvency II eine Alternative zum Standardmodell und auch zu komplexen internen Modellen darstellen, könnten an Bedeutung gewinnen. Das prognostiziert die versicherungsmathematische Beratungsgesellschaft MSK. Dabei spielt auch die Boom-Sparte Tierkrankenversicherung eine Rolle.
Nicht-Leben-Abwickler: Aus der Nische zu strategischen Partnern
Wenn Versicherer Nicht-Leben-Bestände an Abwicklungsspezialisten abgeben, geht es nicht mehr nur um Problembestände, schreibt die Ratingagentur A.M. Best in einem aktuellen Bericht. Run-off-Spezialisten wie Enstar, Compre oder Darag haben sich vielmehr von Nischenakteuren zu wichtigen strategischen Partnern der Versicherer entwickelt, die den Gesellschaften helfen, sich wieder auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Doch die Zusammenarbeit enthält auch Risiken.
Auf Nachhaltigkeit kommt es nicht mehr an
Das Thema Nachhaltigkeit verliert in der Versicherungsbranche an Bedeutung – diesen Eindruck bestätigt die aktuelle Umfrage des German Sustainability Networks in Zusammenarbeit mit V.E.R.S. Leipzig. Während zum Start der halbjährlichen Umfragen im Jahr 2022 noch zwei Drittel der Anbieter davon ausgingen, dass die Bedeutung von Nachhaltigkeit für den Unternehmenserfolg stark zunehmen wird, erwarten dies jetzt nur noch 7 Prozent. Allerdings glauben die Studienautoren auch, dass das Thema in der Branche trotz allem fest verankert ist.
Faros fordert umfassende Prüfung der Altersvorsorge in Deutschland
Als Konsequenz verschiedener herber Anlageverluste deutscher Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung fordert der Berater Faros aus Frankfurt, dass sich die Branche einer umfassenden Überprüfung nach Vorbild des Myners-Reports aus Großbritannien unterzieht. Der Bericht des britischen Managers und Politikers Paul Myners hatte 2001 strukturelle Schwächen bei britischen Pensionsfonds aufgedeckt und zu umfangreichen Reformen geführt. Diese will Faros-Chef Uwe Rieken nun auch in Deutschland anschieben.
Debatte ums Cannabisgesetz: Mittendrin die Krankenversicherer
Die Bundesregierung will das Medizinal-Cannabisgesetz nach knapp zwei Jahren wieder kippen, weil sie eine Fehlentwicklung sieht. Die neue Diskussion fördert all die Argumente für und wider Cannabis erneut zutage. Mittendrin in der Debatte: die Verordnungszahlen der Krankenversicherer. Könnten diese Daten etwas Sachlichkeit in die aufgeheizte Diskussion bringen?
BaFin mit Ratschlägen für Finfluencer
Finfluencer geben in den sozialen Netzwerken Tipps und Hinweise zu Geldanlage, Versicherung und Kryptogeschäften, eine spezielle Erlaubnis der Aufsicht brauchen sie dafür in der Regel nicht. Die Finanzaufsicht BaFin hat gemeinsam mit anderen europäischen Aufsichtsbehörden jetzt ein Papier veröffentlicht, in dem die Aufseher Hinweise geben, wie sich Finfluencer im Netz rechtssicher bewegen, welche rechtlichen Pflichten sie bei der Werbung für Finanzprodukte haben und welche Fallen sie meiden sollten.














