Der von den Ampel-Parteien angekündigte öffentliche Vorsorgefonds ist in erster Linie eine Alternative zur Riesterrente, soll aber kleinen Unternehmen auch eine weitere Option für die betriebliche Altersversorgung bieten. Das sagte Grünen-Politiker Wolfgang Strengmann-Kuhn auf einer Digitalveranstaltung des Handelsblatts. Frank Schäffler vom Koalitionspartner in spe FDP machte sich für eine Lockerung der Beitragsgarantie stark und stellte eine reine Beitragszusage auch für tarifungebundene Unternehmen in Aussicht. Frank Grund (Foto) von der BaFin sieht unterdessen die Pensionskassen wegen der Niedrigzinsen weiter unter Druck.
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Die Gewerbeversicherung – Everybody’s Darling
Gewerbeversicherungen stehen zunehmend im Fokus der Anbieter, sagt der Neu-Assekuradeur Finanzchef24. Gleichzeitig gebe es bei Kleinunternehmen eine große Nachfrage nach einfachen und verständlichen Policen, die online abschließbar sind, so Co-CEO Tobias Wenhart. Er sieht die Plattform als führend in diesem Segment an. Die Angebote von Amazon an seine Zielgruppe fürchtet er nicht – viele würden sich bewusst gegen eine weitere Abhängigkeit von dem Tech-Riesen entscheiden.
Mehr Lebensversicherer mit negativem Zinsergebnis
33 von 81 Lebensversicherern gelingt es nicht mehr, genug Rendite am Kapitalmarkt zu erzielen, um die Garantiezinsen gegenüber ihren Kunden zu decken. Insgesamt fehlten den Anbietern im vergangenen Jahr über 1 Mrd. Euro, hat der Versicherungsberater Zahl & Recht berechnet. Das sind 36 Prozent mehr als 2019, als erst 24 Gesellschaften ein negatives Zinsergebnis aufwiesen. Da die Anbieter Defizite beim Zinsergebnis mit dem Risikoergebnis ausgleichen können, macht sich die Finanzaufsicht BaFin keine Sorgen um die Erfüllbarkeit der Verpflichtungen der Anbieter.
Was hybrides Arbeiten für Führungskräfte bedeutet
Exklusiv Ralf Spahn ist seit rund 20 Jahren als Personalberater tätig. Der 57-Jährige, der zuvor Personalleiter bei Tochtergesellschaften von Dresdner Bank und Allianz war, hat sich mit der von ihm gegründeten Spahn Personalberatung in Bad Vilbel bei Frankfurt auf die Finanzdienstleistungsbranche und deren Umfeld spezialisiert und gilt vor allem in der Versicherungswirtschaft als Experte für die Besetzung von Management-Positionen. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht er darüber, was Manager bei der Führung in der hybriden Arbeitswelt beachten müssen und wie Versicherer ihre Chancen beim Recruiting verbessern können.
Wie Geodaten Versicherern helfen können
The Long View – Der Hintergrund Die Versicherungsbranche steht vor einem Wendepunkt: Während die Risiko- und Schadensabschätzung den zentralen Kern ihrer Expertise bildet, scheinen sich die dafür wichtigen Parameter durch den Klimawandel ständig zu ändern. Gebiete und versicherte Gegenstände oder Gebäude, die vor wenigen Jahren noch als sicher galten, sind plötzlich neuen Gefahren ausgesetzt. Unternehmen wie R+V und die Munich Re demonstrieren, welche Rolle Geodaten spielen können, um solche Risiken besser abschätzen und im Schadenfall schnell und effizient reagieren zu können.
Franke und Bornberg: Kfz-Tarife werden immer besser
Der scharfe Wettbewerb in der Kfz-Versicherung in Deutschland steigert die Qualität der Tarife spürbar. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Franke und Bornberg in ihrer diesjährigen Untersuchung der Kfz-Versicherer. Obwohl das Unternehmen seine Bewertungskriterien im vergangenen Jahr deutlich nachgeschärft hat, erreichten 33 der untersuchten 159 Tarife von 81 Gesellschaften die Bestnote. Bei der Vorjahresuntersuchung gelang das nur 13 von 177 Tarifen. Die Versicherer orientieren sich stark an den von Franke und Bornberg definierten Qualitätskriterien, um ihre Position im Wettbewerb auszubauen, schreibt das Unternehmen.
Die neue Arbeitswelt bei den Versicherern
Exklusiv Bei den Versicherern befindet sich noch immer der Großteil der Belegschaft im Homeoffice. Auch wenn angesichts der wieder stark steigenden Infektionszahlen das Ende der Pandemie noch nicht wirklich absehbar ist, bereiten sich viele Gesellschaften schon auf die Arbeitsmodelle vor, die nach Corona gelten sollen – Stichwort „New Work“. Der Versicherungsmonitor hat mit R+V, Versicherungskammer Bayern, Munich Re, HDI Deutschland und dem Provinzial-Konzern über ihre Strategien gesprochen.
Net Zero ist das neue Schwarz
Legal Eye – Die Rechtskolumne Immer mehr Unternehmen setzen sich konkrete Ziele zur Klimaneutralität. Gerade im Vorfeld der mit großen Erwartungen verbundenen Klimaschutzkonferenz in Glasgow (COP26) erscheint das Schlagwort Net Zero fast allgegenwärtig. Für die Versicherungswirtschaft ist Net Zero jedoch besonders komplex. Hier sind nicht nur die eigenen Emissionen, sondern auch die der finanzierten und versicherten Unternehmen aus der Realwirtschaft einzubeziehen. Mangels einheitlicher Offenlegungsregeln fehlt hier häufig die Informationsgrundlage. Zudem ist noch nicht geklärt, wie genau Emissionen Kapitalanlagen beziehungsweise Versicherungsprodukten zugeordnet werden können.
Getsafe hat Lizenz für eigenen Versicherer
Das Warten hat ein Ende: Eineinhalb Jahre, nachdem der Assekuradeur Getsafe bei der Finanzaufsicht BaFin die Lizenz für das Schaden- und Unfallgeschäft beantragt hat, erhält er nun grünes Licht. Ab sofort kann Getsafe als Risikoträger Schaden- und Unfallpolicen zeichnen. Den Anfang machen Haftpflicht-, Hausrat- und Hundehaftpflichtversicherungen. Weitere Sparten will das Heidelberger Start-up erst einmal weiter als Assekuradeur bedienen.
Vermittler und Rückversicherer
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Vermittlermesse DKM und Quartalszahlen der Rückversicherer Scor und Swiss Re
Gewinnbremse Inflation
Herbert Frommes Kolumne Die Teuerungsraten steigen, und damit auch die Probleme für viele Schaden- und Unfallversicherer. Denn es gibt nur sehr wenige Anzeichen dafür, dass sich auch die Zinsen nach oben bewegen. Das ist für die Gesellschaften in jeder Hinsicht unangenehm. Denn eigentlich müssten sie die Preise in vielen Sparten drastisch erhöhen, um das wachsende Risiko sauber abzudecken. Doch das ist in der gegenwärtigen Marktlage nur schwer möglich. Die Folge: Viele Gesellschaften kommen schon sehr bald in die Lage, deutlich nachreservieren zu müssen.
Provinzial verliert IT-Chef
Leute – Aktuelle Personalien Nach rund 20 Jahren werden sich die Wege von IT-Chef Thomas Niemöller (Bild) und dem Provinzial-Konzern im kommenden Jahr trennen. Der 51-Jährige hatte zuletzt im Zuge der Fusion von Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland seinen Vorstandsposten verloren. Außerdem: Das Start-up Banksapi bekommt mit Felix Baaken einen neuen Geschäftsführer, und der Spezialversicherer Beazley wirbt einen Underwriter vom Konkurrenten Hiscox ab.
„Ohne CO2-Preis kommen wir nirgendwo hin“
Die Klimaziele stellten Deutschland vor enorme Herausforderungen, was die Transformation der Wirtschaft betrifft. Klima- und Finanzexperten diskutierten auf einer Digitalveranstaltung der Generali über die Pläne von SPD, Grünen und FDP, über Greenwashing und die Kosten von Nachhaltigkeit. Eine angemessene CO2-Bepreisung ist entscheidend, damit der Umbau gelingt, sagte Ottmar Edenhofer, Direktor und Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Der Finanzchef von Generali Deuschland Stefan Lehmann forderte eine klare und schlanke Regulatorik.
Kapitaldeckung ja, Staatsfonds nein
Die Pläne von SPD, Grünen und FDP für die Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland stoßen in der Versicherungsbranche nur auf bedingte Zustimmung. Während es für die angestrebte teilweise Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung und die Anlage des Geldes am Kapitalmarkt durchaus Applaus gibt, hagelt es Kritik für den angedachten staatlich verwalteten Altersvorsorgefonds. Ob die Koalitionspartner wirklich ein Ende der Riester-Rente anstreben, ist umstritten – die Wege, um die staatlich geförderte Altersvorsorge zu retten, sind es auch.
Klimaschutz-Appell an die Axa
Nichtregierungsorganisationen haben den französischen Axa-Konzern aufgefordert, Projekte und Firmen aus dem Bereich Erdgas und Erdöl nicht länger zu versichern. Die Axa solle hier die gleiche Vorreiterrolle einnehmen, die sie für die Branche beim Thema Kohle übernommen habe. „Die Glaubwürdigkeit Ihrer Führungsrolle beim Klimaschutz steht auf dem Spiel“, heißt es in einem Brief. Aufsehen erregen dürfte die Aktion vor allem durch eine große Anzeige in der Financial Times. Ihre neue Strategie für diesen Bereich könnte die Axa bereits kommende Woche präsentieren.














