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Deutsche Lebensversicherer stärken Solvenzquoten

Die deutschen Lebensversicherer haben ihre Solvenzquoten erneut ausbauen können. Infolge gestiegener Marktzinsen sind die aufsichtlichen Solvenzquoten im Durchschnitt um 140 Prozentpunkte gestiegen. Somit können nahezu alle Gesellschaften ihre Kapitalanforderungen komfortabel decken. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Ratingagentur Assekurata auf Basis der aktuellen Solvency II-Berichte der Versicherer. Drei Gesellschaften stehen schwächer da und liefern ohne Übergangs- und Adjustierungsmaßnahmen unter 100 Prozent ab.

Lebensversicherer wollen mit Banken mithalten

Die attraktiven Konditionen, die Banken dank der gestiegenen Zinsen inzwischen wieder gewähren können, setzen die Lebensversicherer unter Druck. Mit ihren Einmalbeitragsprodukten hatten sie Kunden in der Niedrigzinsphase teilweise deutlich höhere Renditen geboten als Banken. Jetzt wendet sich das Blatt. Die Lebensversicherer scheinen sich aber dem Zinswettbewerb mit den Banken stellen zu wollen, glaubt die Ratingagentur Assekurata. Die Zinsdeklarationen im Einmalbeitragsbereich liegen in diesem Jahr bereits deutlich über den Werten aus 2022.

Versicherer leiden unter Unsicherheit

Die Bankenkrise in der Schweiz wirkte sich am Montag zunächst negativ auf die Aktienkurse großer europäischer Versicherer aus. Während der Dax leicht im Plus war, notierten die Papiere der bedeutenden Assekuranzkonzerne im Minus, allerdings moderat. So fiel die Allianz-Aktie bis 12 Uhr um 0,43 Prozent auf 199,16 Euro. Später holte die Aktie auf und hatte bei Börsenschluss 1,17 Prozent gewonnen. Die von der Schweizer Regierung erzwungene Übernahme der angeschlagenen Bank Credit Suisse durch den Rivalen UBS, die beide am Paradeplatz in Zürich residieren (Bild), sorgt für grundlegende Verunsicherung bei Anlegern.

Schwer vergleichbare Fondspolicen

Fondsgebundene Versicherungen verschiedener Anbieter sind nur sehr schwer miteinander vergleichbar. Das liegt nicht nur an der unterschiedlichen Qualität der Produkte und der Höhe der Kosten, sondern auch daran, dass die Anbieter nicht dieselben Methoden zur Hochrechnung der Kapital- und Rentenleistungen verwenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Ratingagentur Assekurata. Für ein und denselben Musterfall fiel die niedrigste Kapitalleistung nur ungefähr halb so hoch aus wie die Maximalzahlung. Assekurata wünscht sich mehr Transparenz.

Zinsen helfen den Solvenzquoten

Die Ratingagentur Assekurata geht davon aus, dass sich die bereits für 2021 beobachtete Verbesserung der Solvenzquoten deutscher Versicherungsgruppen 2022 fortgesetzt hat. Daten liegen für das Jahr noch nicht vor. Für den Aufschwung ist vor allem die Zinswende verantwortlich. „Daneben haben auch Anpassungen bei der Berechnung der Übergangsmaßnahmen für steigende Quoten gesorgt“, schreibt Assekurata-Chef Reiner Will. Die Gruppen-Solvenzquoten reichten im Jahr 2021 von 151 Prozent (Wertgarantie) bis 878 Prozent (Süddeutsche Kranken).

Überschussbeteiligung steigt nur langsam

Nachdem die Lebensversicherer ihren Kunden jahrelang immer weniger gutgeschrieben haben, steigt in diesem Jahr die Überschussbeteiligung erstmals wieder an. Allzu große Sprünge verzeichnet die Ratingagentur Assekurata allerdings nicht. Weil die Versicherer noch mit großen stillen Lasten in ihren Kapitalanlagen zu kämpfen haben, werden die Deklarationen nur langsam ansteigen, glaubt Assekurata-Chef Reiner Will. Der Blick nach vorn sei aber positiv, betont er.

HUK führt Versicherungspflicht bei Elementarschäden ein

Die HUK-Coburg bringt als erster großer Versicherer die verpflichtende Elementarschadenversicherung für Wohngebäude. Konkurrierende Häuser bieten den Elementarschadenschutz bisher als Opt-out-Variante an oder unverändert als hinzubuchbare Leistung. Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Branche in einer Findungsphase zum Umgang mit wachsenden Risiken durch Extremwetterereignisse befindet.

Zinswende größtenteils positiv für Lebensversicherer

Die Zinswende ist da. Das sollte deutsche Lebensversicherer eigentlich freuen, denn sie bringt ihnen enorme Erleichterungen bei der Zinszusatzreserve. Allerdings hat die Europäische Zentralbank die Zinsen etwas zu schnell angehoben – zumindest für Lebensversicherer. So hat die Zinswende auch negative Folgen für sie, schreibt die Ratingagentur Assekurata in ihrem diesjährigen Ertragskraft-Garantie-Check für Lebensversicherer.

Versicherer haben miese Laune

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Laut einer aktuellen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages erwarten über alle Branchen hinweg 52 Prozent der Befragten in den kommenden zwölf Monaten einen Geschäftsrückgang. In der Versicherungsbranche ist der Pessimismus zwar etwas geringer ausgeprägt, allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Komposit- und den Lebensversicherern.

Zinsanstieg wird Run-off nicht abwürgen

Der Run-off-Markt in der Lebensversicherung hat gerade wieder an Schwung gewonnen, da stellen die unerwartet deutlich gestiegenen Zinsen die Unternehmen vor eine neue Herausforderung: Der jetzt höhere Ertrag zusammen mit den erwarteten Milliarden-Rückflüssen aus der Zinszusatzreserve lässt die Käufer nach weiteren Beständen Ausschau halten. Gleichzeitig werden sich die Lebensversicherer angesichts des Wertgewinns ihrer klassischen Portfolios aber noch genauer überlegen, ob sie sich von Altbeständen trennen. Die Ratingagentur Assekurata geht angesichts des neuen Umfelds davon aus, dass künftig eher Teilbestände übertragen werden.

Debeka läuft dem Markt davon

Die Debeka baut ihre Dominanz in der privaten Krankenversicherung (PKV) immer weiter aus. Nach einer Analyse der Ratingagentur Assekurata entfallen inzwischen mehr als 29 Prozent des Bestands in der Vollversicherung auf die Koblenzer. Die drei nächstgrößten Anbieter kommen zusammen auf knapp 25 Prozent. In der wichtigsten Sparte der PKV konnten im vergangenen Jahr bei der Zahl der Vollversicherten überhaupt nur noch zehn Unternehmen zulegen.

Krankenzusatzpolicen: Barmenia legt kräftig zu

Die Barmenia ist im vergangenen Jahr in der Krankenzusatzversicherung kräftig gewachsen. Mehr als 400.000 Kunden haben die Wuppertaler neu dazugewonnen, zeigt eine Analyse der Ratingagentur Assekurata. An die Spitze der Anbieter mit dem größten Bestand an Zusatzversicherten schaffen sie es damit aber nicht. Die Ergo-Tochter DKV führt die Liste trotz leichter Verluste unangefochten an. Zu den größten Verlierern gehören die Signal Iduna und die Continentale.

Wochenspot: Nachhaltigkeit und Wechselsaison

 Wochenspot – der Podcast  Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen die Redakteurinnen Katrin Berkenkopf (rechts) und Nina Nöthling über widersprüchliches Verhalten der Versicherer beim Thema Nachhaltigkeit und über eine Kfz-Wechselsaison unter dem Eindruck von Sparzwang und Inflation.

Staatsanleihen dürfen erstaunlich dreckig sein

Während Versicherer bei Investitionen in Firmen penibel auf Nachhaltigkeitsaspekte achten, spielen sie beim Kauf von Staatsanleihen kaum eine Rolle. Fehlender Klimaschutz wird den Ländern besonders großzügig verziehen. Das zeigt eine Umfrage der Ratingagentur Assekurata im Zuge ihres Marktausblicks in der Lebensversicherung. Dieses Mal hat sie die Gesellschaften auch zu ihrer Kapitalanlagepolitik befragt.

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