Die Allianz hat den Trend sinkender Marktanteile 2023 gestoppt. Im vergangenen Jahr stieg ihr Anteil über alle Sparten um 0,38 Prozentpunkte auf 17,51 Prozent. Das geht aus einer Analyse des Kölner Kivi-Instituts hervor. In den vier Jahren zuvor hatte sie 3,29 Prozentpunkte verloren. Allerdings hängt zumindest ein Teil des Wachstums mit Veränderungen der Allianz-Struktur zusammen. Hinter der Allianz folgen die öffentlichen Versicherer. R+V, Versicherungskammer Bayern und Debeka verloren Anteile, HUK-Coburg und Axa legten leicht zu.
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Keine Entspannung in der Wohngebäudeversicherung
Der Markt für Wohngebäudeversicherungen ist weiterhin von Problemen betroffen, zeigt eine Analyse der Ratingagentur Assekurata. Im vergangenen Jahr wiesen 30 Versicherer Schaden- und Kostenquoten von über 100 Prozent auf. Mit der geplanten Gefahrstoffverordnung kommen noch höhere Kosten auf die Wohngebäudeversicherer zu, sind sich die Analysten sicher. Es gibt nach ihrer Ansicht aber auch Hoffnung für die Sparte.
Niedrige Schadenreserven müssen nicht schlecht sein
Die Ratingagentur Assekurata sieht deutliche Unterschiede beim Wachstum und der Reserveausstattung der Kfz-Haftpflichtversicherer, selbst bei Versicherern, die zur gleichen Gruppe gehören. Im Marktdurchschnitt wuchsen die Unternehmen im Jahr 2022 um 2,77 Prozent und hatten Schadenreservequoten von 221,48 Prozent der Brutto-Beitragseinnahmen. Für 2023 sieht Assekurata ein leichtes Wachstum bei den Schadenrückstellungen und Reserven pro Vertrag.
Große Unterschiede bei Schwankungsrückstellungen
Die Schwankungsrückstellungen, mit denen Wohngebäudeversicherer für einen Risikoausgleich über die Zeit sorgen und ihr versicherungstechnisches Ergebnis stabilisieren, haben sich 2022 sehr unterschiedlich entwickelt, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Ratingagentur Assekurata. Der Provinzial-Konzern, den die Flutkatastrophe infolge von Tief „Bernd“ 2021 besonders stark getroffen hat, steht im Vergleich der zehn größten Gruppen besonders schlecht da.
Lebensversicherung: Zinsanstieg wirkt nur langsam
Die Lebensversicherer und ihre Kunden profitieren nur langsam von den höheren Zinsen. Zu diesem Ergebnis kommt Assekurata in ihrem Marktausblick zur Lebensversicherung. Die stillen Lasten in den Kapitalanlagen und der fortlaufende Prämienabrieb bremsen die positiven Effekte der höheren Zinsen, sodass die Nettoverzinsung 2023 weiter unter dem Marktzins lag. Die Anhebung des Höchstrechnungszinses könnte eine Riester-Renaissance einläuten und wirkt sich laut der Ratingagentur auch auf andere Produkte positiv aus.
Assekurata rechnet mit steigenden PKV-Beiträgen
Die privaten Krankenversicherer (PKV) werden 2025 die Prämien voraussichtlich deutlich anpassen müssen, erwartet die Ratingagentur Assekurata. Hauptgrund sind die weiter steigenden Leistungsausgaben. Der Wettbewerb wird sich nach Einschätzung der Analysten verschärfen, weil die finanziellen Puffer zur Begrenzung der Erhöhungen je nach Unternehmen unterschiedlich groß sind. Die Beitragssteigerungen können Einfluss darauf haben, ob der 2023 erreichte leichte Bestandszuwachs von Dauer sein wird.
Unterschiedliche Reservepolitik bei Kfz-Versicherern
Die Schadeninflation macht den deutschen Kfz-Versicherern das Leben seit einigen Jahren schwer. Doch die Reservepolitik der Gesellschaften unterscheidet sich stark, zeigt eine Analyse der Ratingagentur Assekurata. Das Verhältnis der Schadenrückstellungen zu den Bruttobeiträgen der Versicherer unterscheidet sich deutlich. Besonders hoch reserviert sind Talanx und DEVK.
Assekurata lobt Pflegezusatzpolicen
Pflegezusatzversicherungen sind ein geeignetes Mittel, um sich gegen eine hohe finanzielle Belastung durch Pflegebedürftigkeit abzusichern. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Assekurata in einer Studie im Auftrag des Verbands der privaten Krankenversicherung. Dabei hält Assekurata die Pflegetagegeldpolicen für am geeignetsten. Die Prämien für die Deckung seien insgesamt günstiger, als Verbraucherinnen und Verbraucher glauben, und auch für ältere Versicherte noch bezahlbar.
Assekurata: Handlungsbedarf bei Scope-3-Emissionen
Bei der Erfassung der indirekten Treibhausemissionen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung können die Versicherer nach Einschätzung der Ratingagentur Assekurata noch deutlich besser werden. Assekurata hatte die Emissionsdaten von 27 Unternehmen analysiert. Danach hat im Jahr 2022 nur ein Fünftel der Gesellschaften die indirekten Emissionen durch Investitionen erfasst, obwohl diese für den Großteil der sogenannten Scope-3-Emissionen verantwortlich sind.
Frank Grund kehrt zu Assekurata zurück
Leute – Aktuelle Personalien Der ehemalige Chef der Versicherungsaufsicht der BaFin Frank Grund sucht offenbar neue Aktivitäten während seines Ruhestands. Grund kehrt zur Ratingagentur Assekurata zurück und unterstützt als externer Spezialist das Rating-Komitee. Außerdem: Die Munich Re hat einen neuen Strategiechef mit prominentem Hintergrund, die Allianz verabschiedet sich nach drei Jahrzehnten von ihrem Head of Group Investor Relations, und State Farm bekommt im Sommer einen neuen CEO.
Kfz-Versicherern geht es unterschiedlich schlecht
Alle Kfz-Versicherer leiden darunter, dass die Schadenkosten stärker steigen als die Prämieneinnahmen. Was die wirtschaftliche Situation angeht, herrschen zwischen den einzelnen Gesellschaften allerdings gravierende Unterschiede, berichtet die Ratingagentur Assekurata. Wie stark der Druck ist, zeigt sich auch an den Schwankungsrückstellungen.
Assekurata sieht keine Kickback-Exzesse
Die Ratingagentur Assekurata hat in ihrer Überschussbeteiligungsstudie auch Rückvergütungen von Fondsgesellschaften an Versicherer bei Fondspolicen unter die Lupe genommen. Übermäßig hohe Rückvergütungen konnte Assekurata bei den elf Versicherern, die Daten lieferten, nicht feststellen. Zudem geben viele die Mittel an die Kunden weiter. Kickbacks sind der Finanzaufsicht BaFin ein Dorn im Auge, die Generali will auf Druck der Behörde einen Teil der Kosten an Kunden zurückzahlen.
Assekurata: Comeback der Riester-Rente
Sollte sich das Bundesfinanzministerium entschließen, den Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung entsprechend den Vorschlägen der Aktuare von 0,25 Prozent auf 1 Prozent zu erhöhen, könnte die Riester-Rente eine Renaissance erleben, glaubt Reiner Will, Chef der Ratingagentur Assekurata. Ähnlich äußerst sich der Versichererverband GDV. Momentan gibt es kaum Anbieter für die reformbedürftige staatlich geförderte Altersvorsorge. Mit steigenden Zinsen verbessert sich ihre Situation – ebenso wie die Überschüsse der Lebensversicherungskunden.
Pflichtlektüre mit Schwächen
Die Ratingagentur Assekurata sieht Verbesserungsbedarf bei den erstmals von Lebensversicherern veröffentlichten PAI-Berichten zu wesentlichen nachteiligen Auswirkungen der Kapitalanlage in Bezug auf bestimmte Nachhaltigkeitsindikatoren. Die Datenlage sei teils dünn, ein Vergleich der Veröffentlichungen schwierig, kritisieren die Analysten, die sich für mehr Standardisierung einsetzen. Trotz der Schwächen sollten sich die Vermittler mit den Berichten beschäftigen, empfiehlt Assekurata.













