Können die britischen Pensionsfonds ohne das Programm der Bank von England zum Ankauf von Anleihen auskommen? Die Notenbank hat das Programm offiziell für beendet erklärt, Freitag, der 14. Oktober 2022, war der letzte Tag. Die entscheidende Frage wird sein, wie sich in dieser Woche die Preise für ältere britische Staatsanleihen mit niedrigen Zinssätzen entwickeln. Fallen sie kräftig, könnten manche Pensionsfonds weiterhin in große Schwierigkeiten geraten. Die Lebensversicherer sind bislang weniger betroffen, würden einer schweren Krise jedoch nicht entgehen.
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Pensionsfonds-Krise gefährdet Solvency II-Reform
Der Beinahe-Zusammenbruch britischer Pensionsfonds, den die Bank of England mit einem Anleihe-Aufkaufprogramm vorerst abgewendet hat, wird weitreichende Konsequenzen haben. Die Pensionsfonds werden sich nicht nur nach anderen Absicherungsmechanismen jenseits der in Verruf gekommenen Liability-Driven Investments umsehen müssen. Die Krise könnte auch die Pläne der Regierung torpedieren, durch eine Solvency II-Reform Kapital in Milliardenhöhe bei den Versicherern freizusetzen.
Wie britische Pensionsfonds beinahe kollabierten
Herbert Frommes Kolumne Großbritannien ist das Mutterland der privaten Altersvorsorge. Ausgerechnet dort sorgte ein rascher Anstieg der Zinsen auf Staatsanleihen beinahe für den Kollaps einer Reihe von Pensionsfonds. Die Bank of England musste ein milliardenschweres Programm für den Ankauf von Anleihen auflegen, wo sie doch eigentlich den Bestand an Anleihen reduzieren will. Der Vorgang zeigt die Volatilität der aktuellen Kapitalmärkte. Auch Deutschland ist dagegen nicht gefeit.
Die Queen, eine Freundin von Lloyd’s
Was wirklich wichtig ist Klatsch, Tratsch und die wirklich wichtigen Informationen über Unternehmen und Manager – das gibt es am Kaffeeautomaten, auf dem Flur und hier. Heute: Nach dem Tod von Queen Elizabeth II gibt es auch bei den britischen Versicherern kein business as usual. Bunte Logos werden schwarz, Veranstaltungen fallen aus, und bei Lloyd’s läutet die altehrwürdige Glocke zu Ehren der verstorbenen Monarchin.
Tory-Hoffnung hat britische Aufsicht im Visier
Die potenzielle nächste Premierministerin des Vereinigten Königreichs, Liz Truss, will die wichtigsten Finanzregulatoren des Landes reformieren. Sollte sie die Regierungsverantwortlichkeiten übernehmen, will sie die drei Aufsichtsbehörden FCA, PRA und PSR zusammenlegen. Truss‘ Konkurrent im Rennen um die Nachfolge von Boris Johnson kritisiert die Pläne.
Gallagher Re: Das Ende der Überbewertung für Insurtechs
Junge Versicherungs-Start-ups werden besonders schwer von der aktuell unsicheren Marktsituation getroffen. In den ersten sechs Monaten 2022 sanken die Investitionen in Insurtechs laut einem Bericht des Rückversicherungsmaklers Gallagher Re um 50,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Darin sieht Gallagher Re eine notwendige Marktbereinigung, die den aufgeblasenen Bewertungen ein Ende setzt und die Insurtech-Spreu vom Weizen trennt. Besonders interessant ist die Entwicklung in Großbritannien, Deutschland und Frankreich.
Damm-Unglück: Milliardenklage zugelassen
Der anglo-australische Bergwerksgigant BHP muss sich doch vor Gericht in London wegen des tödlichen Damm-Unglücks im Jahr 2015 verantworten. Das britische Berufungsgericht Court of Appeal hat die Klage nach jahrelangem juristischen Tauziehen jetzt zugelassen. BHP will prüfen, ob es dagegen Rechtsmittel einlegen wird. Das Londoner Verfahren dürfte deutlich teurer werden als die parallel stattfindenden Prozesse in Brasilien. Zu den Versicherern von BHP soll die Allianz gehören.
Abgucken erlaubt
Themenschwerpunkt Digitale Wende Bei der Digitalisierung zählen deutsche Versicherer nicht zu den Vorreitern. Das liegt auch daran, dass Deutschland als Land hinterherhinkt. Dabei gibt es in direkter Nachbarschaft gute Vorbilder. Nicht alles muss neu erfunden werden, es darf kopiert werden. Im aktuellen Dossier hat sich die Redaktion des Versicherungsmonitors angeschaut, wo die Marktteilnehmer von Insurtechs über Softwareanbieter bis hin zu Versicherern stehen, wie die Zukunft aussehen könnte und wo es noch Inspiration für Digitalisierungsprojekte gibt.
Die Versicherer und das Ölpuzzle
Der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s hat am Donnerstag bestätigt, dass er – wie berichtet – künftig kein russisches Öl auf Schiffen mehr versichert. Die EU und Großbritannien haben sich darauf verständigt, die Versicherung von Ölladungen zu verbieten. Damit wollen sie verhindern, dass Russland sein durch Sanktionen aus Europa ausgesperrtes Öl an Drittländer verkauft. Für die Versicherer wird die Einhaltung der Regel extrem kompliziert, vor allem deshalb, weil die Herkunft von Öl nicht immer eindeutig ist. Unabhängig davon gibt die erste Gesellschaft in London das Geschäft mit politischen Risiken auf.
Solvency II-Reform: Briten gehen in die zweite Runde
Die britische Regierung will sich nach dem Brexit nicht länger an die Eigenkapitalanforderungen der Europäischen Union Solvency II halten. Eine Reform der Regeln soll für milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur durch Lebensversicherer sorgen. Am 28. April hat der zuständige Minister ein Konsultationspapier veröffentlicht. Die Ratingagentur Fitch bezweifelt jedoch, dass die darin vorgestellten Pläne die Risikofreude der Lebensversicherer signifikant erhöhen werden.
Gut versicherte Bridgerton-Gebäude
Was wirklich wichtig ist Klatsch, Tratsch und die wirklich wichtigen Informationen über Unternehmen und Manager – das gibt es am Kaffeeautomaten, auf dem Flur und hier. Heute: Netflix hat sich teure Drehorte für seine Hit-Serie „Bridgerton“ ausgesucht. Historische Dokumente des Versicherers Aviva zeigen, für wie viel die Gebäude bereits vor mehreren hundert Jahren versichert waren.










