Norbert Rollinger hält die Sorge vor Jobverlust durch künstliche Intelligenz (KI) für unbegründet. Beschäftigte sollten die Technologie als Chance und nicht als Bedrohung sehen, sagte der GDV-Präsident und R+V-Chef vor Journalisten in Frankfurt. Umbrüche habe es immer gegeben. Arbeitsplätze hätten sich dabei zwar gewandelt, seien aber nicht verschwunden.
Nachrichten
Ostangler und Schwarzwälder wollen fusionieren
Der Versicherungsverein Ostangler Brandgilde und die Schwarzwälder Versicherung wollen sich zusammenschließen. Im Laufe des Jahres 2026 soll die Fusion abgeschlossen sein. Damit wollen die Gesellschaften ihre Kräfte bündeln und die Verwaltung straffen. Der Zusammengang ist auch eine Reaktion auf die wachsenden Herausforderungen im Versicherungsmarkt. Zuvor war die Ostangler bereits mit der Landesschadenhilfe fusioniert.
Medgate bietet Videosprechstunde für privatversicherte Kinder an
Der Telemedizin-Anbieter Medgate hat ein spezielles Angebot für Kinder entwickelt, das auf den Markt der privaten Krankenversicherung ausgerichtet ist. „Kids Line“ ermöglicht den Eltern bei einer Erkrankung des Nachwuchses, per App eine Ärztin oder einen Arzt für eine medizinische Ersteinschätzung zu kontaktieren. Das Angebot ist zunächst bei der Debeka zum Einsatz gekommen und gehört dort inzwischen zum Standardangebot. Jetzt bietet Medgate es allen PKV-Unternehmen an.
Erneuter Abgang in der Roland-Führung
Sebastian Lütje, Chief Digital Officer beim Rechtsschutzversicherer Roland und Geschäftsführer der Tochter Roland Assistance, verlässt das Unternehmen. Roland bestätigte entsprechende Informationen des Versicherungsmonitors. Der Versicherer ist zurzeit auf der Suche nach einem Vorstand mit IT-Expertise. Außerdem: Christian Pape startet bei der ALH seine neue Rolle als Verantwortlicher der Ressorts Vertrieb und Marketing. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Bochumer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, bei Verka, Ver.de, sowie Cybercube.
EU Data Act: Der Preis ist entscheidend
Die EU-Richtlinie „EU Data Act“ könnte für Bewegung in der Kfz-Versicherung sorgen. Sie verpflichtet Autohersteller, Fahrzeugdaten auf Wunsch des Kunden an Dritte herauszugeben – auch an Versicherer. Das eröffnet vor allem Autoversicherern neue Möglichkeiten, insbesondere bei der Entwicklung von Telematik-Tarifen, glaubt Dennis Heinig, leitender Berater bei der Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss. Dabei sei vor allem der Preis der Daten entscheidend.
Acorn: Komplette Schadenbearbeitung per KI
Eigentlich ist der britische Spezialversicherer Acorn bekannt dafür, viele der berühmten Londoner schwarzen Taxis zu versichern. Jetzt hat das Unternehmen bekannt gegeben, im gesamten Unternehmen KI-Agenten in der Schadenbearbeitung zu nutzen. Die Technologie des norwegischen Experten Simplifai wird bei der Bearbeitung, Betrugserkennung und Kostenmanagement genutzt. Derweil machen Berichte die Runde, dass die Eigentümer von Acorn über einen möglichen Verkauf von Anteilen nachdenken.
MSK: Captives sind gekommen, um zu bleiben
Firmeneigene Versicherer, sogenannte Captives, werden für Unternehmen immer beliebter, um Risiken zu managen. Laut der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) gab es in den vergangenen zwei Jahren in Europa 60 Captive-Gründungen. Das Prämienvolumen steigt kontinuierlich, wenn auch langsamer als der Gesamtmarkt.
Generali stärkt Employee-Benefits-Geschäft
Über sein Generali-Employee-Benefits-Netzwerk versorgt der italienische Versicherer multinationale Unternehmenskunden mit Vorteilsprogrammen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwa für die Altersvorsorge. Jetzt hat sich Generali mit Swiss Life Global Solutions auf die Übernahme des Swiss Life Networks geeinigt. Nach Angaben von Generali entsteht dadurch der größte Anbieter in diesem Bereich weltweit mit einem verwalteten Prämienaufkommen von 3 Mrd. Euro.
Wegweisendes Urteil zugunsten der D&O-Versicherer im Greensill-Fall
Das Oberlandesgericht Köln hat am Dienstag ein für die D&O-Versicherung wegweisendes Urteil gefällt. Im Prozess gegen einen der D&O-Versicherer der insolventen Greensill-Bank entschieden die Richter, dass die Gesellschaft den Vertrag anfechten durfte – trotz Klauseln, die eigentlich genau das verhindern sollten. Damit hat die D&O-Versicherer das Heros-Urteil des Bundesgerichtshofs von 2011 eingeholt. Die Entscheidung dürfte in den kommenden Wochen für viele Diskussionen im Markt sorgen.
Gebrüder Helmsauer punkten gegen ihre alte Firma
Zwischen dem alten und dem neuen Makler Helmsauer, beide Nürnberg, herrscht dicke Luft, die Gerichte sind eingeschaltet. Die Brüder Bastian und Steffen Helmsauer, die kurz nach ihrem Vater die Maklergruppe verlassen und mit dem Helmsauer-Verbund eine neue gegründet hatten, haben jetzt nach eigenen Angaben vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth einen ersten Erfolg erzielt. Demnach wird der Interimschef der Helmsauer-Gruppe Sven Tischendorf negative Äußerungen über die Brüder und ihre Kompetenz nicht wiederholen.
Hohe Schäden treiben Preise für Schiffshaftpflicht
Die Reeder werden bei der Erneuerung ihrer Schiffshaftpflichtversicherungen am 20. Februar 2026 erneut tiefer in die Tasche greifen müssen. Die sogenannten P&I Clubs, spezialisierte Gegenseitigkeitsversicherer, peilen wegen hoher Schäden allgemeine Prämienerhöhungen zwischen 5 und 8 Prozent an, berichtet die Ratingagentur AM Best. Gute Kapitalanlageergebnisse schüren aber auch die Hoffnung der Schiffseigner auf Prämienrückerstattungen und -rabatte.
KI-Sorgen lassen Versichereraktien einbrechen
Nachdem die US-Vergleichsplattform Insurify angekündigt hatte, mithilfe von künstlicher Intelligenz und ChatGPT Versicherungsabschlüsse möglich zu machen, sind die Aktien großer Versicherer am Dienstag stark gefallen. Betroffen waren alle großen europäischen Gesellschaften. Investoren sorgen sich, dass KI die Geschäftsmodelle der Marktteilnehmer stark verändert und Versicherer unter Druck setzt. Auch Versicherungsmakler müssen damit rechnen, durch KI-Agenten überflüssig zu werden, so die Befürchtung.
Talanx steigert Gewinn um 25 Prozent
Einmal mehr meldet die Talanx einen Rekordgewinn: Nach vorläufigen Zahlen haben die Hannoveraner 2025 einen Überschuss in Höhe von 2,48 Mrd. Euro erzielt. Dabei profitierte der Versicherer unter anderem vom Schadenverlauf im zweiten Halbjahr. Die Hurrikan-Saison war für die Branche im vergangenen Jahr deutlich glimpflicher ausgefallen als im langjährigen Durchschnitt. Für 2026 peilt Talanx einen Gewinn von rund 2,7 Mrd. Euro an.














